Restitution von Fragmenten des Bayeux-Teppichs

27. Januar 2026 · Kulturpolitik

Ein kleines Teilstück des weltberühmten Teppichs von Bayeux aus dem 11. Jahrhundert wurde bei einem Festakt im Rathaus von Bayeux feierlich von Rainer Hering, dem Leiter des Landesarchivs Schleswig-Holsteins, an Frankreich zurückgegeben und dem Präfekten M. Stéphane Bredin sowie Bürgermeister Patrick Gomont überreicht.

Die Glasplatte mit dem wenige Zentimeter messenden Stückchen des Textils gelangte während des Zweiten Weltkrieges nach Schleswig-Holstein und war Teil des Nachlasses des zu Lebzeiten dort ansässigen Textilarchäologen Karl Schlabow, der von 1891 bis 1984 lebte und während des Zweiten Weltkriegs in Bayeux war.Der Archäologe für Textilien gehörte wohl einer Gruppe deutscher Wissenschaftler*innen an, die von der SS-Einrichtung „Deutsches Ahnenerbe“ ab 1941 den Teppich von Bayeux neu vermessen sollten. Das fragliche Stück Textil wurde vermutlich im Rahmen dieser Tätigkeit von der Unterseite der etwa 68 Meter langen Tapisserie entnommen. Schlabows Nachlass wurde im Jahr 2022 an das Landesarchiv Schleswig-Holstein übergeben, wodurch Rainer Hering darauf aufmerksam wurde. Hering betont, dass er die Rückgabe unrechtmäßiger Objekte in Museen und Archiven als Akt historischer Gerechtigkeit empfinde. Nun kehrte das entwendete Fragment des Leinenteppichs, der einen Teil der englisch-normannischen Geschichte in 58 Szenen zeigt und seit 2007 zum Weltdokumentenerbe gehört, nach Bayeux zurück.


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