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Gespräche mit Kunstvermittlern · S. 397 - 399
Gespräche mit Kunstvermittlern , 1991

Helmut Friedel:
Alle Präsentationsformen für Kunst veralten mit der Zeit

Ein Interview von Maribel Königer

Über die Berufung des Direktors eines städtischen Museums werden in München nicht viele Worte gemacht. Gerade sieben Minuten lang (in der Tat: 7) durften sich diejenigen dem kommunalen Kulturausschuß vorstellen, die aus der lapidaren Ausschreibung der Landeshauptstadt ein Interesse für die Stellenvergabe glaubten lesen zu können. Persönlich gebeten wurde niemand, sich für die Nachfolge des zu den nordrhein-westfälischen Sammlungen übergewechselten Armin Zweite zu bewerben. Der langjährige Mitarbeiter Zweites, Helmut Friedel, ist jetzt an dessen Stelle gerückt. Friedel, 1946 in München geboren, studierte in seiner Heimatstadt auch Kunstgeschichte. Der Stipendiat der Bibliotheca Hertziana hat sich in seiner Magisterarbeit mit Münchner Nachkriegsarchitektur beschäftigt, in seiner Dissertation mit der manieristischen Brunnenskulptur Augsburgs. Am Lenbachhaus profilierte sich Friedel vor allem mit Ausstellungen zur italienischen Gegenwartskunst und mit über 80 Einzelausstellungen speziell junger Künstler im „Kunstforum“ – jenem düsteren, schwer zu aktivierenden Ausstellungsraum in einer Fußgängerunterführung, in dem etwa Joseph Beuys „Zeige Deine Wunde“ installierte.

*

M.K.: Als neuer erster Mann im Lenbachhaus bringen Sie sicher Ideen in Fülle mit. Bringen Sie aber auch genug Geld mit?

Für Ausstellungen im nächsten Jahr sind eine Million DM genehmigt worden, und ich gehe davon aus, daß 1,2 Millionen DM, eventuell sogar 1,5 Millionen, nur für Ankäufe bereitgestellt werden. Das ist aber noch nicht sicher. Der Etat ist damit leicht angehoben – zumal München plant, ein großes Kunstereignis im ein- oder zweijährigen Turnus zu veranstalten und die Städtische Galerie vom Stadtrat die Federführung für dieses Projekt übertragen…


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