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Ausstellungen: Basel · von Max Glauner · S. 257 - 259
Ausstellungen: Basel ,

Basel
Andrea Büttner

Der Kern der Verhältnisse
Kunstmuseum Basel 22.04.– 01.10.2023

von Max Glauner

Erinnern Sie sich an die dOCUMENTA (13)? Damals hatte man auch die Neue Galerie über der Fulda als Ausstellungshaus genutzt. Im Erdgeschoß, ganz hinten rechts waren Arbeiten von Andrea Büttner zu sehen. Ein Videofilm über Ordensschwestern auf einem Jahrmarkt in einem Kabinett (Little Sisters: Lunapark Ostia, 2012, 42 min.) und Holzschnitte im anderen. Können Sie sich erinnern? Wahrscheinlich nicht. Zu karg, zurückhaltend und leise schienen die Installationen im Documenta-Rummel. Wie aus der Zeit gefallen. Die 1972 in Stuttgart geborene Künstlerin, Autorin, Dokumentaristin lebte damals in Frankfurt / M und London, wo sie auch studierte. Heute ist sie in Berlin zu Haus und gehört zu den gefragtesten Gegenwartskünstlerinnen.

Inzwischen wurde sie 2017 für den Turnerpreis nominiert. Nun stellt sie nach renommierten Häusern weltweit diesen Sommer im Baseler Kunstmuseum aus, ein Karriere-Peak. Eine besondere Auszeichnung: Sie kann ihre Arbeit in einem Grossteil des Hauses für Gegenwart im St.-Alban-Graben zeigen.

Und wir staunen, denn den Kern des Kern[s] der Verhältnisse, wie die Überblicksschau in Basel betitelt ist, glaubt man im nucleus bereits in Kassel 2012 gesehen zu haben, die farbigen Wandflächen als Folie zu den spröden, grossformatigen Holzschnitten mit ihren zeichenhaften, „armen“ Motiven wie Einhausungen, Ähren, Händen, gebückten Gestalten (u.a. Erntender, 2021), die Videodokumentationen zu Ordensgemeinschaften und ihrer „care“-Arbeit (u.a. What is so terrible about craft? / Die Produkte der menschlichen Hand, 2019). Die Saat ist aufgegangen, Büttners Kunstpflänzchen sind herangewachsen, stark und gross, ohne ein lautes „Hier-bin-ich!“ in das Kunstfeld hinauszuschreien.

Büttner gehört nicht…

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