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Ausstellungen: Köln · S. 365 - 365
Ausstellungen: Köln , 1991

Beate Eickhoff
Anish Kapoor und Gefäße der Ban-Chiang-Kultur

Galerie Feuerle, Köln, 15.2. – 28.3.1991

Die Gegenüberstellung von alter und neuer Kunst hat sich die Galerie Feuerle zum Ziel gesetzt. Diesmal sind Arbeiten des in Indien geborenen britischen Künstlers Anish Kapoor zusammen mit prähistorischer Keramik zu sehen.

Gegen Ende der sechziger Jahre wurden bei Ban Chiang im heutigen Thailand Grabgefäße entdeckt, die auf eine frühzeitliche Kultur hinweisen, über die bisher aber nur wenig bekannt ist. Um 3600 v. Chr. muß sie begonnen haben und nach verschiedenen Entwicklungsphasen um 250 v. Chr. untergegangen sein. Welche Funktionen die Gefäße von Ban Chiang tatsächlich hatten, ist ungewiß. Vielleicht dienten sie zur Darbietung von Getreide, vielleicht waren es Aschenurnen, vielleicht Grabbeigaben. Die Formen sind sehr unterschiedlich, ebenso die Größen. Aus der freien Hand gearbeitet, haben vor allem die kleineren Gefäße die Gleichmäßigkeit, die man dem Gebrauch der Töpferscheibe zuschreiben würde. Die Dekoration beschränkt sich auf eingeritzte oder mit roten Linien gezogene geometrische Muster auf rötlichem oder dunkelgrauem Grund. Schon das Alter der Gefäße ist faszinierend, und gerade der Nichtprähistoriker kann über Mythen und Gebräuche einer so weit zurückliegenden Kultur phantasieren. Der zeitliche Bogen zu den Arbeiten von Kapoor wird zunächst über formale Verwandtschaften geschlagen. Zwei Objekte, wie überdimensionale, tiefe und dünnwandige Gefäße aussehend, sind mit ihrem „Fuß“ an der Wand befestigt. Der Betrachter ist gezwungen, ihnen frontal gegenüberzustehen, sich ihrem Sog auszusetzen. Die Gefäßwandungen scheinen durch und durch aus tief blauem bzw. schwarzem Pigmentstaub zu bestehen (tatsächlich sind die Gefäßwände aus Fiberglas), so daß alles Licht absorbiert wird….


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