Titel: Video-Special , 1989

Dieter Daniels

Videoinstallationen

Axel Klepsch

Elektrischer Wasserturm

Kunstmuseum Düsseldorf

Auf vier hohen Stahlstreben ruht in sechs Meter Höhe eine Platte mit vier in alle Himmelsrichtungen blickenden Monitoren, – unten, auf dem Boden, zwischen den Streben ein einzelner Monitor mit der Bildfläche nach oben gerichtet, – rundherum im Raum verteilt zwölf gelbe Eisenplatten mit Kreuzen und Punkten. Der so skizziert technische Aufbau scheint zunächst eher einer Fernmeldeanlage oder sonstigen Apparatur zu ähneln, entpuppt sich bei genauerer Analyse aber als mehrschichtiges Emotions-Konstrukt. Oben, auf der Plattform, wo bei einem Leuchtturm der Lichtstrahl kreist, um dem Seemann zur sicheren Heimkehr zu verhelfen, blinkt bei Axel Klepschs „Elektrischem Wasserturm“ in alle vier Richtungen das lachende Gesicht einer jungen Frau, durch die elektronische Bearbeitung teilweise so strukturiert, als wäre es durch eine optische Brechungslinse gesehen, – eben solch eine Linse wie sie den Lichtstrahl des Leuchtturms bündelt, um ihn in die Ferne zu schicken. Unten, auf der horizontalen Fläche des einzelnen Monitors, zieht ein aus der Vogelperspektive gesehener Läufer seine Bahn in immergleichen Kreisen, ähnlich dem Suchstrahl des Radars auf dem Bildschirm. Um die Assoziation weiter auszuspinnen: der Leuchtturm ist in gewissem Sinn das Gegenteil des Radars, er steht fest an einem Ort und sein Lichtstrahl geht los in das Dunkel und wer ihn sehen will, muß nach ihm Ausschau halten. Der Radar hingegen sendet aktiv sein Signal um es wieder zu empfangen und um sich dann auf sein Ziel hin oder von ihm weg zu bewegen. Wem gilt das blinkende Lächeln der jungen Frau, – dem Läufer, der unten…

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