Gespräche mit Künstlern · von Helga Meister · S. 189
Gespräche mit Künstlern , 2006

Helga Meister

Die Konzeptkunst muss es schaffen, spannend und sinnlich zu sein

Ein Gespräch mit Reiner Ruthenbeck anlässlich der Verleihung des Wilhelm-Lehmbruck-Preises

Reiner Ruthenbeck erhält am 28. Januar 2006 den Wilhelm Lehmbruck Preis der Stadt Duisburg, den wichtigsten Bildhauerpreis in Europa. Seine Vorgänger sind Chillida, Kricke, Tinguely, Oldenburg, Beuys, Serra, Long und Paik. Ruthenbeck wurde 1937 in Velbert geboren, studierte von 1962 bis 1968 bei Joseph Beuys und war von 1980 bis 2000 Professor für Bildhauerei an der Kunstakademie Münster. Helga Meister sprach mit dem Künstler in seinem Atelierhaus in Ratingen-Hösel.

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Helga Meister: Die Jury für den Wilhelm-Lehmbruck-Preis würdigt Ihr „profundes und präzises, sensibles und stilles plastisches Lebenswerk“. Es gilt als „bedeutender Beitrag zur internationalen Entwicklung der Objektkunst.“ Die Jury lobt weiter: „In Ihren raumbezogenen und konzeptuellen, auf das Prinzipielle reduzierten, geometrisch-abstrakten Objekten und Installationen gelingt es Ihnen, formale und stoffliche Gegensätze in schwebende, spannungsgeladene Gleichgewichtszustände zu überführen und zu transzendieren.“ Das hört sich gewaltig an. Ich möchte mein Gespräch mit Ihnen etwas harmloser beginnen, bei Ihrer Biografie.

Reiner Ruthenbeck: Ich wurde 1937 in Velbert geboren. Mein Großvater war auf Präzisions-Scharniere spezialisiert, er war ein Fabrikant mit einem Einmannbetrieb. Dadurch habe ich zu Metall eine starke Beziehung. Mein Vater war Techniker, die Mutter Hausfrau. Ich habe noch eine Halbschwester.

Sie haben als Fotograf begonnen, bei wem und wo haben Sie die Ausbildung gehabt?

In Velbert, bei Foto Stapelfeld, in einem ganz normalen Fotoatelier für Hochzeitsfotos, Hochzeitsgruppen, Portraits, Passfotos. Das Geschäft gibt es nicht mehr. Ich habe Hunderte von Passfotos gemacht. Ich habe alles von der Pieke auf…

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