Titel: Afrika - Iwalewa , 1993

JAMES C. FARIS

Die Kunst, das Museum und die Anthropologie1

Kritik der Ausstellung »art/artifact« (new York 1988)

Die Ursprünge des modernen Museums sind mit der Entwicklung der Guillotine verknüpft.
G. Bataille, Museum, 1930

Die 1988 im Center for African Art in New York City eröffnete Ausstellung „Art/artifact“2 – die noch an verschiedenen anderen Plätzen gezeigt wurde – war nur eine unter vielen anderen Museumspräsentationen, die sich in den vergangenen Jahren mit dem Thema „Anthropologie/Kunst“ beschäftigt haben. Sie bietet deshalb einmal mehr Gelegenheit, über die Interventionen, die Grenzen und die Erfolge derartiger Ausstellungen zu diskutieren und einige Probleme zu kommentieren, die solche Präsentationen aufwerfen.3

Die Ausstellung befaßte sich eigentlich nur am Rande mit der Unterscheidung „Kunst/Gebrauchsgegenstand“ und richtet das Augenmerk, wie Susan Vogel als verantwortliche Organisatorin im Begleitkatalog schreibt, in erster Linie auf die Frage, wie westliche Betrachter die afrikanischen Skulpturen wahrnehmen, die im Zentrum der Ausstellung stehen, und in welchem Maße die Ausstellungsstrategie von solchen Wahrnehmungen bestimmt ist.4 Sie folgte auf eine Reihe „thematischer“ Ausstellungen, die in den zurückliegenden Jahren am Center for African Art gezeigt worden sind, und stellt so oder so eine Reaktion auf die New Yorker Museumssaison 1984/85 dar, als im Museum of Modern Art die vielbesprochene (und häufig mißverstandene) „Primitivismus“-Schau stattfand, die sich hauptsächlich mit den „Erfahrungen der Moderne mit der Stammes-Kunst“ befaßte, während das Metropolitan Museum die Ausstellung „Te Maori“ zeigte und auf der anderen Seite des Parks das American Museum of Natural History die (ursprünglich vom Museum of Mankind in London organisierte) „Asante“-Ausstellung. Zugleich fand damals auch die Einführungsausstellung…

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