Titel: Afrika - Iwalewa · von Jean-Loup Pivin · S. 246
Titel: Afrika - Iwalewa , 1993

Frédéric Bruly Bouabré

Kunst bedeutet, die erhabene Unschuld zu suchen und zu entdecken.

Kunst bedeutet, Formen zu schaffen, die die Menscheit in Raum und Zeit als „Fundament“ der Zivilisation produziert und verbreitet.

Die Kunst bezaubert die „Feindeshand“ bis hin zur Heiterkeit, unter unverhohlener Mißachtung des satanischen Krieges wird der Friedenszustand wieder unterzeichnet.

Kunst ist die Erklärung, die der Menschheit die unwiderlegbare Existenzberechtigung Gottes vor Augen führt, dessen vollkommene und immerwährende Nachahmung unvollendeter Werke auf den Namen der großen Zivilisation hört.

Frédéric Bruly Bouabré

Die Zeichnungen, die Bruly Bouabré in Verbindung mit Texten herstellt, entstehen wie zufällig im Laufe des Abenteuers seiner Inspiration: Sie sind das Notizbuch, das seine Tag- und Nachtgedanken enthält. Bruly Bouabré ist Philosoph und Schriftsteller zugleich: Auf Tausenden von Seiten erzählt er von seinem Stamm, den Bété, seinen Erfindungen, seinen Forschungen. Bruly Bouabré ist ein Erzähler, der mit seinen bildhaften Geschichten die ganze Kraft einer Philosophie vor Augen führt.

Nach seinem eigenen Dafürhalten hat Bouabré zwei Werke von wesentlicher Bedeutung geschaffen: im Jahre 1956 ein universales afrikanisches Alphabet, ausgehend von kleinen Kieselsteinen, die er in seinem Dorf aufgesammelt hat. Diese kosmischen Staubkörner oder Gaben des Himmels sind dessen heilige Objekte. Sein zweites Werk ist die Gründung des „Ordens der Verfolgten“, die auf eine Offenbarung der Sonne am 11. März 1948 zurückgeht.

Bruly Bouabrés Vater war Priester einer Naturreligion, der mit der Erde und dem Mond Zwiesprache hielt. Er selbst ist ein Einzelgänger, aufgewachsen zur Zeit der Kolonialherrschaft und geprägt sowohl durch die Tradition der Bété als auch durch die schulische und katholische Erziehung. Die Unabhängigkeit…

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