Gespräche mit Künstlern , 2014

Emilia Kabakov:

Ilya würde sagen, wir seien eins….

Ein Gespräch von Heinz-Norbert Jocks

Ilja Iossifowitsch Kabakov, Maler und Konzeptkünstler russisch-jüdischen Herkunft, galt während seiner Schaffenszeit in der Sowjetunion als bedeutender Vertreter des Moskauer Konzeptualismus. Seit seiner Emigration nach New York im Jahre 1988 arbeitet er zusammen mit seiner Frau Emilia, die bereits 1973 nach Israel emigriert und zwei Jahre später nach New York gezogen war, wo sie als Kurator und Kunsthändler arbeitete. Heinz-Norbert Jocks traf sich mit ihr in Paris, um andere, bisher unbekannte Einblicke in die Kunst des weltberühmten Paares zu erhalten, das 1993 Russland auf der 45. Biennale in Venedig mit ihrer Installation “The Red Pavilion” vertrat.

***

Heinz-Norbert Jocks: Nun leben Sie mit Ihrem Mann Ilya auf Long Island in New York. Zunächst würde ich gerne, weil dort alles begann, mehr über Ihre Zeit in Russland erfahren. Wie lernten Sie sich kennen? Und, wie kam es zu dem Entschluss, zusammenzuarbeiten?

EMILIA KABAKOV: Ilya war der Cousin meiner Mutter und sein Vater der Cousin meiner Großmutter. Als Ilya geboren wurde, sorgte meine Mutter sich um ihn. Sie war elf Jahre älter als er. Aufgrund dieser familiären Verbindungen kenne ich Ilya seit meiner Geburt. Ich selbst wuchs in Moskau auf, wohin meine Eltern schon früh gezogen waren, und Ilya, der als Elfjähriger dorthin kam, studierte an der Akademie. Damals gab es für einen Studenten nicht viel zu essen. Die Lebensbedingungen waren hart, und so besuchte er am Wochenende meine Eltern, oft auch in Begleitung von Freunden. Da er quasi zur Familie gehörte, kenne ich ihn,…

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