Titel: Konflikte · von Oliver Zybok · S. 144
Titel: Konflikte , 2014

Alexander Wolf

„HEILIGE GLUT“

Ein Gespräch mit Oliver Zybok

Dem in Krefeld geborenen und derzeit in Wien lebenden Künstler Alexander Wolf geht es in seinen Werken stets um Machtverhältnisse, um Ideologieversessenheit, einengende Denkstrukturen und um Ambivalenzen. Mit Blick auf seine künstlerische Auseinandersetzung lässt sich ganz allgemein feststellen: Es gibt Kunst-Dinge, die sehen einfach aus, sind es aber nicht und dann wieder doch. Oder umgekehrt, es gibt Arbeiten, die sehen kompliziert aus und sind es nicht. Wolf macht es dem Betrachter in dieser Hinsicht nicht leicht. Die skulpturalen Objekte, unter anderem bestehend aus Steinen, Folien, Baustellenabsperrband, Damenstrumpfhosen, Luftschlangen und Hutständersockeln sehen ein wenig wie Abfall aus. So bleibt Alexander Wolf unter dem Erwartungsniveau des Kunstpublikums und vermeidet den bloßen Konsum seiner Arbeit.

Oliver Zybok: Deine Arbeiten sind inhaltlich sehr komplex aufgebaut. Deine sogenannten „Partyhüte“ aus dem neunteiligen Werkzyklus „Personae des Gastmahls“ (2012) stehen exemplarisch für einen komplexen Umgang mit historischen Fakten und dem Zeitgeschehen, bei dem die Bereitschaft für artistische Gedankensprünge Grundvoraussetzung sind. So spannst Du zum Beispiel mit der Arbeit There can be only one – der Titel ist dem Film Highlander (1986) entlehnt – den Bogen von Romulus und Remus bis zu Issei Sagawa, dem berühmt berüchtigten japanischen Frauenmörder, der 1981 in Paris eine niederländische Studentin erschoss, nachdem er sie gebeten hatte, ihm ein Gedicht vorzutragen, um anschließend Teile ihrer Leiche zu essen. Wie entstehen derartige Verknüpfungen?

ALEXANDER WOLF:Zunächst einmal erwarte ich gar keine Bereitschaft vom Betrachter.Meine Arbeitsweise ist Wiederholung und Verdichtung von Ähnlichkeiten, von fiktiven oder realen Geschehnissen, die mir das Gleiche erzählen….

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