Ausstellungen: Köln · S. 326
Ausstellungen: Köln , 1990

Friedemann Malsch

Eva Hesse

»Skulpturen, Malerei, Zeichnungen«

Galerie Kicken-Pauseback, 10.3. – 21.4.1990

Die letzte große monografische Ausstellung über Eva Hesse im deutschsprachigen Raum liegt elf Jahre zurück. Damals hatte die Kestner-Gesellschaft in Hannover eine Retrospektive der Londoner Whitechapel Art Gallery übernommen. Der Katalog dieser Ausstellung ist bis heute die deutschsprachige Hauptpublikation zu Hesses Werk. Im vergangenen Jahrzehnt war sie zwar auf großen und wichtigen Ausstellungen in der BRD und darüber hinaus präsent („Westkunst“, 1981; „Von hier aus“, 1984; „Qu’est-ce que c’est la sculpture moderne?“, 1986), ein Umstand, der die zweifellose Bedeutung dieser Künstlerin unterstreicht. Doch Aktualität scheint ihr Werk für die europäische Kunstöffentlichkeit nicht mehr ohne weiteres auszustrahlen. Jedenfalls ist das Interesse der amerikanischen Öffentlichkeit am Werk Hesses nach wie vor weitaus lebendiger als in Europa.

Es ist deshalb zu begrüßen, daß wenigstens auf privatem Sektor kurz vor ihrem 20. Todestag eine Ausstellung auf Eva Hesse und ihre Bedeutung verweist. In der Kölner Galerie Kicken-Pauseback wurden jetzt Arbeiten aus den letzten Jahren gezeigt. Überwiegend kleinformatige Leinwände und Zeichnungen wurden ergänzt von drei skulpturalen Arbeiten, „Eighter from Decatur“ von 1965, „Metronomic Irregularity I“ von 1966 und „Untitled“ von 1967. Im Falle der letzten Arbeit, einer kleinen zweiteiligen Skulptur, die aus zwei Papp-Maché-Schälchen mit Seifenschwämmen, die senkrecht herauskommende Metallfedern halten, besteht, ist eine im Werkverzeichnis der Skulpturen als vermißt gemeldete Arbeit wieder aufgetaucht.

Rosalind Krauss fragte im Katalog der Whitechapel-Ausstellung von 1979: „Kann die schlichte Bezeichnung ursprünglich für ein Werk richtig sein, das so intensiv mit den Gestaltungsmitteln der minimalistischen Kunst arbeitet?“, um dies natürlich zu verneinen. Die…

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