Ausstellungen: Düsseldorf · von Heinz-Norbert Jocks · S. 391
Ausstellungen: Düsseldorf , 1995

Heinz-Norbert Jocks

Finkeldei, Triger & Kohl

»Landschaftsvarianten der gegensätzlichen Art«

Amand Schmidt Ausstellungen, Düsseldorf, 3.2. – 30.3.1995

Galerie Wolfgang Gmyrek, Düsseldorf, 4.2. – 22.4.1995

Bernd Finkeldei, seit jeher mit Landschaftsmalerei befaßt, warf bei Wolfgang Gmyrek zuletzt einen Blick in möblierte Innenräume. Seine jüngsten Arbeiten erscheinen in schwankender Qualität und unterschiedlicher Dichte wie zielstrebige Versuche über das Sehen, die mal raffiniert, mal belanglos ausfallen. Er will, wie er sagt, „so viel über Malerei klar machen wie eben möglich“, und hat sich deshalb einer an Rissas „Schnipsel“-Pinselduktus geschulten Ästhetik klarer Form- und Farbdifferenzierung verschrieben.

In „Asche-Atelierfenster“ von 1994, dem markantesten Bild der jüngsten Ausstellung, wird unser Auge auf die Probe gestellt. Erst ganz allmählich erfassen wir die Konstruktion, den rationalen Kern, ja das Geflecht kalkulierter Relationen, die ineinandergreifen. Wir suchen den Standort, von wo aus die Betrachtung ihren Lauf nimmt, und glauben zunächst, daß es sich um Bilder im Bild handelt, die sich zu einem Panorama ergänzen. Erst allmählich erfassen wie die imaginierte Lage und bemerken, daß wir als Seher, mitten in den Raum gestellt und abgewendet vom eigentlichen Geschehen, in ein Fenster schauen, in dem sich Innen- und Außenwelt überlappen und vor dem ein nicht auf Anhieb definierbares, verkohltes Papier segelt. Daß Finkeldei darin eine abstrakte Form an sich erblickt, deren Grauwerte ihn zusätzlich faszinieren, ist evident, aber auch, daß er darin ein Symbol der Vergänglichkeit ausmacht. Asche, per Vergrößerung formal gleichgewertet, erhält dabei mehr Gewicht als üblich, erscheint zudem als fester, in der Luft schwebender Körper und stellt für den Maler eine Möglichkeit dar, „das Bild…

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