Titel: Moderne, reloaded - Interviews mit Künstlern · von Sabine B. Vogel · S. 158
Titel: Moderne, reloaded - Interviews mit Künstlern , 2018

Moderne, reloaded: Interviews mit Künstlern

Florian Pumhösl

Die sechste Generation

Bekannt wurde der 1971 in Wien geborene Florian Pumhösl mit seinen Werken, die auf historischen Referenzen basieren. In den 1990er Jahren war er Teil jener Tendenz, die unter dem Begriff „Referentialismus“ abstrakte Formensprachen mit angedeuteten Narrationen verband. Anhand der Bezüge zu Henry Moore über Rodtschenko bis zum japanischen Gestalter Murayama Tomoyoshi untersucht Pumhösl ein zeitgenössisches Verhältnis zur Moderne, für das er eine äußerst reduzierte Formensprache entwickelt.

Sabine B. Vogel: Du beschäftigst dich in deinem Werk dezidiert mit der Moderne, was interessiert dich an dieser Epoche?

Florian Pumhösl: Das ist mein Thema, damit lebe ich auf verschiedene Weise. In den frühen 1990er Jahren war die Moderne für meine Generation gerade ein abgesagtes Thema, damals hatten sich die Bedingungen stark verändert, die Institutionen wurden kritisiert und der Kunstbetrieb fundamental umgestaltet. Mich interessierte aber ein Lernen vom 20. Jahrhundert.

Meinst du mit den Veränderungen das Aufkommen von Vorträgen und Diskussionen als Teil eines Ausstellungsprogramms und die Service-Kunst?

Auch, aber damals begann ein Klima der wirtschaftlichen und sozialen Liberalisierung. Ich fragte mich, ob die Kunst des 20. Jahrhunderts nicht viele Fragen schon besser beantwortet hat und spannendere Probleme bereithielt. Die Zeit hatte auch einen starken Referenzbezug, man konnte auf etwas Historisches schauen wie auf einen Inhalt. Es war ein Rekapitulieren. Wenn ich heute die Formensprache der Moderne aufnehme, dann will ich keinen Stilbegriff reaktivieren, suche keine Stilistik der Abstraktion, sondern beschäftige mich mit einigen Projekten der Avantgarde. Ich verstehe mich…

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