Titel: Moderne, reloaded - Interviews mit Künstlern · von Sabine Maria Schmidt · S. 176
Titel: Moderne, reloaded - Interviews mit Künstlern , 2018

Moderne, reloaded: Interviews mit Künstlern

Romana Schmalisch

Das Kino der Avantgarde als Spiegel von Gesellschaftstheorien

Seit 2009 ist Romana Schmalisch (geb. 1974 in Berlin) weltweit mit ihrem Mobilen Kino auf Reisen; einem Hybrid aus Architekturmodell, Kino und Plattenkamera, wobei sie Elemente von Lecture-Performance und Filmprojektion verknüpft. Auf ihrer ersten Tour reiste die ehemalige Studentin von Katharina Sieverding nach Vilnius, Kaunas, Kaliningrad und Warschau, um einige ihrer Filme und filmischen Untersuchungen über Stadtraum und Stadtvisionen und den damit einhergehenden gesellschaftlichen Veränderungen vorzustellen. Die zweite Reise führte Romana Schmalisch über Bukarest, Rom und Moskau nach Zürich. In ihrem aktuellen Langzeitprojekt The Choreography of Labour, beschäftigt sich Romana Schmalisch in enger Zusammenarbeit mit Robert Schlicht mit verschiedenen historischen und zeitgenössischen Strategien der Ausbildung und Optimierung des Arbeitsvermögens.

Sabine Maria Schmidt: Ein junger Ingenieur, der an den Plänen eines Raumschiffs arbeitet, flüchtet sich in seinen Träumen in eine Stadt auf dem Mars, befreit dort die schöne Aëlita, sowie die in den Katakomben versklavten Arbeiterherden und gründet eine Sowjetrepublik auf einem anderen Stern. Dieser Erzählstrang aus dem russischen Stummfilm Aëlita von 1924, ist Inspiration für deine frühe Arbeit Radiation. An Alien Revue (2008) gewesen. Wie bzw. warum bist du darauf gestoßen?

Romana Schmalisch: Ich beschäftigte mich 2006 mit Stadtutopien und Visionen von Architekten und Filmemachern des frühen 20. Jahrhunderts und fand dabei Entwürfe und Literatur über kosmische Phantasien, fliegende Städte und Besiedlungen auf anderen Planeten. Da fiel mir auch der Roman Aëlita von…

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von Sabine Maria Schmidt

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