Titel: Das Gartenarchiv , 1999

Geer Pouls

In a way I’m not an artist, but a flower designer.Geer Pouls

Das Genre der Blumenstilleben ist längst vorbei, trotzdem nimmt es Geer Pouls heute wieder neu auf. Ursprünglich erlernte er den Beruf des Floristen, eine Ausbildung, die selten zur Kunst führt. Später hat Pouls in Japan ein eher strenges und traditionelles Ikebana studiert. Die Kunst des Blumenstellens erfährt in Japan eine ganz andere Anerkennung als dies in Europa der Fall ist. Innerhalb der kulturellen Tradition ist es eine Kunstform, die in engem Zusammenhang mit Religion und Moral steht.

Genährt mit diesen Kenntnissen und Fertigkeiten hat er die Arbeit in der eigenen Kultur wieder aufgenommen und befaßt sich als Künstler mit Blumeninstallationen. Diese Installationen sind ein zeitgenössisches Pendant der traditionellen Blumenstilleben, ähnlich wie diese, eher stärker in der Bedeutung als in der Form.

Pouls arbeitet mit lebenden Blumen, die erblühen und verwelken, manchmal ergänzt durch Vasen oder kontrastiert durch Plastikblumen. Seine Arbeiten spielen auch in der Zeit, liefern nicht nur ein statisches Tableau. Die Art und Weise der Ausstellung und der Zeitfaktor geben den Arbeiten von Pouls einen theatralen Charakter, der vom Pathos der Mitteilung noch ergänzt wird.

Diese Mitteilung ist meist die klassische Aussage eines Blumenstillebens: Verfall, Vergänglichkeit, Memento mori. Gleichzeitig zeigt es auch den Verfall der Natur selbst. Es sieht schlecht aus mit der Natur in Europa. Auf der einen Seite wird die Umwelt langsam aber sicher zerstört, auf der anderen Seite werden Blumen auf völlig unnatürliche Weise angebaut, damit das Geschäft ganzjährig blüht.

In eine früheren Phase versuchte Pouls, so sein…

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von Philip Peters

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