Gespräche mit Künstlern , 2010

Yuri Leiderman

Geopoetik – Geschichte als Ornament

Ein Gespräch von Heinz Schütz

Der 1963 in Odessa geborene und heute in Berlin und Moskau lebende „Moskauer Konzeptualist“ Yuri Leiderman gründete 1987 zusammen mit Sergej Anufriev und Pavel Pepperstein die Künstlergruppe „Medical Hermeneutics“. Leiderman hat an zahlreichen internationalen Ausstellungen teilgenommen, so etwa an den Biennalen in Venedig (1993, 2002), in Istanbul (1992), in Shanghai (2004) in Moskau (2007) und der Manifesta (Rotterdam, 1996). Er war und ist an verschiedenen künstlerischen Projekten und Initiativen beteiligt, so das kuratorische Projekt „Hotelit“, (mit Vadim Fishkin 1998-2001), „Kölnische Gesamtausflüge“ (mit Yuri Albert, Sabine Hänsgen und Vadim Zakharov, 2005-2006), die „Gruppe Corbusier“ (mit Andrej Monastyrskij und Vadim Zahharov, von 2007 bis heute) und die Filmserie “Geopoetik“ (mit Andrej Silvestrov). Leiderman ist darüber hinaus Autor verschiedener Publikationen mit Essays, Prosa und Poesie und erhielt 2005 den russischen Andrej Belyi-Preis für Literatur.

Mit seiner groß angelegten Serie „geopoetischer“ Arbeiten leistet Leiderman einen singulären, performativ-installativen Beitrag zur aktuellen künstlerischen Auseinandersetzung mit Geschichte und zu einer Umdeutung des Politischen.

***

Heinz Schütz: Seit etwa sieben Jahren arbeiten Sie mit Filmen, Installationen, Performances und Fotos an Ihrer Geopoetik-Serie. Wenn ich richtig informiert bin, brachte Kenneth White, der schottische Dichter und Begründer des „Internationalen Instituts für Geopoetik“, den Begriff in Umlauf?

Yuri Leiderman: Durch Kenneth White mag der Begriff bekannt geworden sein, er wurde jedoch nicht von ihm erfunden. Von „Geopoetik“ war etwa bereits die Rede als die Theorie von der Kontinentalverschiebung entstand. Ich denke, dass es niemanden gibt, der sozusagen das Copyright für sich beanspruchen könnte. Man kann…

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von Heinz Schütz

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