vorheriger
Artikel
nächster
Artikel
Titel: 6. Berlin Biennale · von Susanne Boecker · S. 56 - 61
Titel: 6. Berlin Biennale , 2010

Alte Nationalgalerie – Menzels Extremer Realismus

Irritiert steht der junge Mann in dem hohen Ausstellungsraum der Alten Nationalgalerie. „Ich dachte, die Berlin Biennale sei eine Ausstellung zeitgenössischer Kunst“, wendet er sich an die Aufseherin. Die junge Frau im lila T-Shirt – Kennzeichen aller Mitarbeiter der 6. Berlin Biennale – stellt klar: Nein, er sei hier schon richtig. Diese Ausstellung mit Gemälden und Zeichnungen von Adolph Menzel (1815 – 1905) sei ein Teil der 6. Berlin Biennale. „Ich habe von Anfang an entschieden, dass mit Adolph Menzel ein Künstler die Referenzfigur dieser Biennale ist, und nicht etwa die Geschichte von Kreuzberg oder die Geschichte von Mitte oder Spezifitäten des Gebäudes. Solche Fragen haben die vorangegangenen Berlin Biennalen bereits souverän thematisiert. Ich wollte davon ganz bewusst loskommen und das Künstlerische in den Vordergrund stellen. Und auch die Frage stellen, was das Künstlerische eben überhaupt noch vermag vor dem Hintergrund der gesellschaftspolitischen Verhältnisse, der Überproduktion und dieser Überwältigungsstrategien, die natürlich auch die Ausstellungen der letzten zehn Jahre in einer unglaublichen Dichte sichtbar gemacht haben. Was ist da überhaupt noch möglich?“ (Kathrin Rhomberg)

Kathrin Rhomberg hat den amerikanischen Kunsthistoriker Michael Fried eingeladen, in Zusammenarbeit mit der Alten Nationalgalerie und dem Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin eine Ausstellung mit Werken von Adolph Menzel zu kuratieren. Im Nebeneinander der Zeichnungen und Gouachen von Adolph Menzel und der zeitgenössischen Positionen der Biennale will sie ein „Bewusstsein für die eingeschränkte Sichtbarkeit dessen schaffen, was wir als Wirklichkeit zu begreifen bereit sind.“ „Menzels extremer Realismus“ – so der Titel der…

Kostenfrei anmelden und weiterlesen:

  • 3 Artikel aus dem Archiv und regelmäßig viele weitere Artikel kostenfrei lesen
  • Den KUNSTFORUM-Newsletter erhalten: Artikelempfehlungen, wöchentlichen Kunstnachrichten, besonderen Angeboten uvm, jederzeit abbestellbar
  • Exklusive Merklisten-Funktion nutzen
  • dauerhaft kostenfrei