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Ausstellungen: München · S. 378 - 378
Ausstellungen: München , 1991

Gabi Czöppan
Hanne Darboven

»Opus 26″ Konzert und Ausstellung«

Galerie Six Friedrich, München, 2.3. – 5.4.1991

„Je mehr die Kunst kontrolliert, begrenzt und gearbeitet ist, desto freier ist sie“*

Es gibt wenige Künstler, die sich über Jahrzehnte so konsequent und kompromißlos einem radikalen bildnerischen System verschrieben haben wie Hanne Darboven in ihren „Zeitreihen“ und „Fortschreibungen“. Die in Hamburg lebende 50jährige Künstlerin (Zdenek Felix ehrt sie Ende des Jahres in den Deichtorhallen mit einer großen Ausstellung) benutzt für ihre Operationen das Prinzip unserer Zeitrechnung. Sie abstrahiert Kalenderdaten nach bestimmten, von ihr erdachten Regeln; meist bildet sie aus den Quersummen der Zahlen abnehmende und ansteigende Reihen, deren Kadenzen bzw. De-Kadenzen bestimmten Gesetzen unterliegen, die in Konstellation und Elementarfolgen an Kompositionstheorien der Musik erinnern. Gleichwohl liegen ihren Arbeiten, obwohl häufig als „Zeichnungen“ oder „Konstruktionen“ bezeichnet, musikalische Abläufe zugrunde. Bereits 1973, im Ausstellungskatalog zur Biennale in São Paulo, weist die Künstlerin auf diese strukturellen Parallelen hin: „Meine Systeme sind numerische Konzepte, die nach den Gesetzen der Progression und der Reduktion arbeiten, in der Art eines musikalischen Themas mit Variationen.“

Wie deutlich dieser Zusammenhang in ihren neueren Werken – den entscheidenden Wendepunkt setzt sie in ihrer Arbeit „Wende ’80′“ – wird, machte die Ausstellung in den neuen Räumen der Galerie Six Friedrich klar. An den Wänden des größten, parkettierten Raumes und im Treppenhaus waren insgesamt 451 Partiturblätter im DIN-A4-Format zu drei- und sechsreihigen Tableaus gehängt. Wie bereits in früheren Arbeiten hat Hanne Darboven auch hier Rahmen wieder als integrale Bestandteile in ihre Werke mit aufgenommen, jedoch wirkt die einheitliche…


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