Ausstellungen: München · von Heinz Schütz · S. 447
Ausstellungen: München , 1993

Heinz Schütz

Jai-Young Park

Orangerie München, 8.7. – 29.8.1993

Galerie Herzer, München, 10.9. – 16.10.1993

Nach klassischem Gattungsverständnis besteht eine strikte Trennung zwischen Skulptur und Malerei. Jai-Young Parks Arbeiten basieren auf dieser Trennung, und doch arbeitet er an einer spezifischen Durchdringung der beiden Gattungen. Noch während seines Studiums wählt er Fotos seiner Skulpturen als Ausgangspunkt für seine gemalten Bilder. Danach beschäftigt er sich einige Jahre ausschließlich mit Malerei, wobei immer wieder der Gegensatz zwischen einem freien sich verschlingenden Pinselduktus und illusionistisch-kristallinen Formen bildkonstitutiv ist. Eine Serie großformatiger Bilder setzt eine bauchige, gekurvte Form ins Zentrum. Als monumentaler Gipskörper wird sie zur Skulptur – eine weiße bauchige Masse, die wie ein abstrakter Buddha in sich ruht, die Raum verdrängt und doch eine Art von negativem Raum erzeugt.

Diese monolithische Skulptur steht am Anfang einer Reihe von skulpturalen Konstellationen, die Park an verschiedenen Orten realisiert. Die erste auf einem Platz in Mannheim. Sie nimmt nun in einer Art Umstülpung vom Außen- in den Innenraum nahezu den gesamten Hauptraum der Galerie Herzer ein. Eine andere Konstellation, die den Prozeß der Bildwerdung thematisiert, verwirklichte Park in der Orangerie.

Am Rande: Die Orangerie wurde von Daniela Goldmann als Ausstellungsraum entdeckt und als Kuratorin betreut. Nachdem sich der Ruf des Ortes etabliert hat, wird ihr der Raum entzogen und frei vermietet. Offensichtlich ist dem bayerischen Staat die Rendite wichtiger als das Kunstmäzenatentum, mit dem er sich gerne schmückt.

Die Frage nach der Bildwerdung steht im Zentrum der in der Orangerie installierten Konstellation. Ihr Titel lautet: „… und die Formen wachsen im Spiegel zu…

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