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Ausstellungen: Amsterdam · S. 357 - 357
Ausstellungen: Amsterdam , 1990

Frank-Alexander Hettig
Marlene Dumas

»Couples«, Zeichnungen

Museum Overholland, 3.2.-7.4.1990

Die Genese der Emotionen des Kindes, ihre Bezüge zu Todesängsten und die menschlichen Beziehungen spielen eine wichtige Rolle in den in Amsterdam ausgestellten Zeichnungen von Marlene Dumas.

Die kleinen, intimen Räume des Privatmuseums „Overholland“ unterstreichen noch die enge Beziehung zwischen den ausgestellten psychoanalytischen Zeichnungen und den persönlichen Assoziationen des Betrachters. Reste von alten Zeichnungen, Kombi-nationen von gefundenen Gegenständen werden in einer Art Recycling wiederverwendet, und auch Flecken und Risse im Papier werden gebraucht, um diesem „neuen Produkt“ einen doch zeitgebundenen Kontext zu geben. Deren Quellen bleiben jedoch unzugänglich und werden doch in eine Entwicklung integriert die im Laufe der Jahre immer weitere Bereiche nachhaltiger erfaßt. Im Gegensatz zu den späteren kleineren Zeichnungen, deren Handschriften kräftiger sind und flüssigere Linien aufweisen, erscheinen die Linien zögernd und su- chender, aber auch hier schon sucht Dumas in ihren Zeichnungen nicht die Definition der Sache, sondern deren phantastisches Wesen, deren Stimmung, die daraus entstehende Verwirrung und die verschlüsselte Suche nach Interpretationen. Der Gebrauch ihrer Texte und Wörter, die in die Zeichnungen integriert sind und auch oft den Titel formen, können der Vorstellung etwas hinzufügen, aber helfen nicht, eine eindeutige Interpretation und Ikonographie zu unterstreichen, da auch der Zufall mitspielt und bestimmte Formen plötzlich andere Assoziationen hervorrufen. So werden die Säuglinge, nach der Schwangerschaft Dumas 1987, im oberen Stockwerk plötzlich zu kleinen Monstern und stehen diese wieder als Metapher für den Menschen.

Die Beziehungen zwischen den Menschen stehen in dieser Ausstellung im Vordergrund, welche sich auflösen und zersetzten, jedoch keinen zeitgenössischen…


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