Ausstellungen: Wien , 1993

Noemi Smolik

Neueröffnung des MAK

Österreichisches Museum für angewandte Kunst, Wien, ab 1.5.1993

Im Zeitalter eines gnadenlosen Wettbewerbs geraten auch die Museen immer mehr unter Druck. Denn auch von ihnen werden Aktivitäten erwartet, die hohe Zahlen an Besuchern anlocken. Je mehr Besucher, um so höher das Ansehen des Museums bei den ehrwürdigen Stadtvätern. Also muß man sich als Direktor eines Museums etwas einfallen lassen. Doch was, wenn man über ein eher langweiliges Museum angewandter Kunst verfügt? Wie kann man in solch einem Museum die verstaubten Gegenstände verschiedener Epochen für den Besucher anziehend machen?

Diese Fragen stellte sich der Direktor des Österreichischen Museums für Angewandte Kunst in Wien, Peter Noever, bereits vor sieben Jahren, als er ein verwahrlostes, aus dem 19. Jahrhundert stammendes Museumsgebäude, das vollgestopft mit Gegenständen war, übernahm. Er ließ zunächst das Gebäude renovieren. Für die Präsentation der Gegenstände dachte er sich dann ein neues Konzept aus. Er lud verschiedene Künstler ein, Räume mit den in der Sammlung des Museums vorhandenen Gegenständen zu gestalten. Dadurch erhoffte er sich, sein Museum aus der Isolation herauszuholen und in das zeitgenössische Geschehen miteinzubeziehen. „Das Museum ist“, sagt er, „keine isolierte, der Vergangenheit geweihte Institution, wenn es seine Aufgabe als aktiven Ort der Produktion von Kunst und Kunstvermittlung begreift. Der unaufhörliche Wandel künstlerischer, kultureller und kulturpolitischer Werte ist dabei der Maßstab, die eigentliche Herausforderung“. Daher ist für Peter Noever ein Museum keine Institution zur Verwahrung und Verwaltung musealer Gegenstände, sondern ein Ort der Auseinandersetzung mit der Gegenwart.

Und tatsächlich prallt dann in den Schauräumen, die von zeitgenössischen Künstlern…

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