Gespräche mit Künstlern · von Johannes Lothar Schröder · S. 280
Gespräche mit Künstlern , 1993

Chris Burden:

»Sie haben das Radio einfach ausgestellt«

Ein Gespräch von Johannes Lothar Schröder

Chris Burden ist in den 70er Jahren durch teilweise spektakuläre Performances hervorgetreten und ist einer der Exponenten der Body-art. Trotz seiner Beteiligung an der documenta 5 mit „C.B.T.V.“, einem Nachbau der ersten elektronischen Schattenbildübertragung von John L. Baird, der damit die Grundlage des Fernsehens entwickelte, blieben Burdens Installationen in Europa weitgehend unbekannt. Ein Hauptthema seiner Arbeit sind Darstellungen von Schiffen in Installationen und in Objektassemblagen. Sie sind für ihn Symbole für den Vorstoß ins Unbekannte.

Am 10. und 11. November 1992 installierte Chris Burden in der Kölner Galerie Miller Nordenhake fünf Schiffe. Während des Aufbaus am 11. November führte Johannes Lothar Schröder das folgende Gespräch. Chris Burden äußerte sich über seine Performances, Skulpturen, Installationen und Objekte, den Aufstand in Los Angeles, Medien, Spielzeug und Schiffe.

*

J. L. S.: Sollen wir anfangen, über Performances zu sprechen?

C. B.: Nein!

Gut, dann frage ich eben anders. Viele der Künstler, die in den 70er Jahren Performances aufführten, machen heute Objekte oder Installationen. Gab es auch für Sie besondere Gründe, mit Performances aufzuhören?

Ja, eine Reihe von Gründen. Erstens wurde ich ja als Bildhauer ausgebildet, und ich machte meine Performances als Bildhauer. Einer der Gründe für Performances war Effizienz. Ich wollte keine Werkzeuge kaufen. Ich wollte nichts lagern. Ich wollte keine Objekte herstellen, weil ich sie nicht verkaufte. Was sollte ich also damit anfangen? Ich lebte damals in einem sehr kleinen Studio, einem Hot-dog-Stand.Doch schon 1975 machte ich dieses Automobil. Als ich „B-Car“ machte, war das etwas…

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