Ausstellungen: Düsseldorf · von Heinz-Norbert Jocks · S. 340
Ausstellungen: Düsseldorf , 1993

Heinz-Norbert Jocks

Peter Royen und seine Freunde

Städtische Kunsthalle Düsseldorf, 8.5. – 20.6.1993

Der von neuer Geldnot diktierte Sparkurs der Kunsthallen muß nicht unbedingt ein Armutszeugnis sein. Als Jürgen Harten bei Peter Royen anfragte, ob er sich eine Retrospektive vorstellen könne, da bat dieser darum, seine Freunde einzuladen. Der größte wie höchste Raum ist nun von dem passionierten Weißexperten und der längliche auf gleicher Etage von dessen Freunden in Beschlag genommen. Das ist einerseits schade, weil derjenige, der sich in Royens befriedigende Meditationen eingesehen hat, regelrecht süchtig danach wird. Andererseits bereichert der Entschluß, ensemble aufzutreten, die Präsentation insofern, als wir nun visuell erfahren, mit wem Royen innerlich kommuniziert. Ein unorthodoxer Dialog, nicht ohne Delikatesse.

Denn Royen, der nunmehr Siebzigjährige mit dem warmherzigen Charme eines halbwegs Weisen und Horror vor Konzeptausstellungen, ist ein Freund der Kunst, und insofern hat er ein Auge für das, was parallel zu seinen ästhetischen Intentionen schwingt und darüber hinauszielt. Etwas unter dem Dach eines verbindlichen Themas zusammenschnurren, ist ihm suspekt. Sein Geist neigt denn trotzdem zum Homogenen, das sich erweitert, ergänzt und modifiziert. Es überrascht nicht, daß er, der Ungegenständliche mit Alleinsinn für Weiß als gefüllte Leere, dem Abstrakten gegenüber aufgeschlossener ist als dem Figurativen. Daß er als Maler, bei dem Farbe in den Raum wächst, eine Vorliebe für Bildhauer wie Christoph Rihs, Manfred Müller, Jindrich Zeithamml, Ernst Hesse, Marcel Hardung oder Gereon Lepper hat, spricht für sich. Alle verkörpern mit ihrer Kunst einen Gesamthang zum klar Autonomen. Keine Ausnahme bildet da Daniel Poensgen mit seiner zwischen Schwarz und Grau…

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