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Magazin: Galerien & Auktionshäuser · S. 421 - 443
Magazin: Galerien & Auktionshäuser , 1991

Christian Huther
Nie Kunstmoden mitgemacht

Edition Rothe Besteht Seit 33 Jahren

Das ‚Brot der frühen Jahre‘ ist bekanntlich meist trocken, es schmeckt erst in der Erinnerung einigermaßen, und sogenannte ‚heroische Anfange‘ sind in der Realität ziemlich unheroisch und bescheiden, ein sonderbares Gemenge von Einfällen, Ideen, von Spontaneität, unsicherem Suchen, Fehlgriffen, unverhofften Glücksfällen. Dazu kommen wohl in der Regel noch eine gehörige Portion Wut über die ignorante Mitwelt, dümmliche Zeitgenossen, kurzsichtige Ablehnung. Und bei alledem ist ein gerüttelt Maß an Amateurtum und Begeisterung, kurz, mehr oder weniger Unprofessionalität dabei. Wir nehmen uns keineswegs davon aus.“ So Wolfgang Rothes Rückblick lg88 auf die von seiner Frau Maria seit 30 Jahren geleitete Edition Rothe.

Während Maria Rothe die Edition und die 1960 gegründete Galerie betrieb, arbeitete Wolfgang Rothe lange im literatur- und kunsthistorischen Bereich, machte sich zugleich einen Namen als Verleger, Verfasser und Herausgeber zahlreicher Bücher. Außerdem galt sein Interesse beständig der Druckgraphik, so daß er in der seit 1988 bestehenden Frankfurter Zweitgalerie seiner Frau ein „Graphisches Kabinett“ mit eigenem Programm einrichtete. Alle sechs Wochen etwa wird ein Klassiker oder ein jüngerer Künstler präsentiert, meist mit Originalen auf Papier.

Begonnen hatte Maria Rothe 1957/58 in Heidelberg mit der Gründung einer Edition für OriginalDruckgraphik, deren erste Kollektion getragen wurde von Cavael, Deppe, Götz, Platschek, Schultze, Schumacher und Thieler – damals alle „underdogs“, man feierte die „Ecole de Paris“, die deutschen Informellen galten noch nichts. Die Blätter kosteten seinerzeit 60 Mark, heute bekäme man für Schumachers „Bingo“-Blatt 5000 Mark. Viele Künstler brachte man dazu, sich mit graphischen Techniken zu…


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