Titel: Künstlerpaare II , 1990

Rist & Mathis

Pipilotti Rist (geb. 1962) studierte Gebrauchs-, Illustrations- und Fotografik an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien (1982-85). Muda Mathis (geb. 1959) ist Absolventin der F&F Schule für experimentelle Gestaltung in Zürich (1978-80). Sich für den ganzen Ausdruck, der nichts mit Worten zu tun hat, interessieren zu können und trotzdem sich nicht nur für eine Sache, wie nur Ton oder nur statische Malerei, entscheiden zu müssen, nahm die beiden Künstlerinnen für das Medium Video ein. Zusammen haben sie von 1986-88 die Klasse für Audiovisuelle Kommunikation an der Schule für Gestaltung in Basel besucht (Pipilotti hatte bis dahin noch nie eine Videokamera in der Hand gehabt) und empfanden es dann auch wie einen Taumel. Ihre Arbeiten fanden von Anfang an große Beachtung. Die erste Zusammenarbeit, das Videoband „Japsen“ (1988), gewann den ersten Preis des Film- und Videofestivals Feminale in Köln und „Die Tempodrosslerin saust“ (1989) den Videopreis an der Viper, den 10. Internationalen Film- und Videotagen in Luzern. Die beiden Künstlerinnen gehören ebenso der Musik-Performance-Gruppe „Les Reines Prochaines“ („Die künftigen Königinnen“) an.

„Die Tempodrosslerin saust“. Das Band: Schreiend rote Tulpen in leuchtgrünem Garten, elektronische Töne, dann eine Art Ringelreihentanz vor Berglandschaft, fünf Frauen – „Les Reines Prochaines“ – die Musikperformanceband, der auch Pipilotti Rist und Muda Mathis angehören. Mal Zeitlupe, mal Zeitraffer: WO DU WOHL BIST, BIST DU WOHL, WOHL BIST DU, DA BIST DU WOHL, lautet der Sprechgesang dazu. Und immer wieder Blumen und Tanz, die einzelnen Sequenzen mit grafischen Zwischenstücken voneinander getrennt. Eine Frauenstimme liest einen spanischen Text,…

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