Messen & Märkte · von Dagmar Danko · S. 320
Messen & Märkte , 2016

Im Vorfeld der Art Basel 2016

Zu einer alljährlichen Empörungsmaschinerie

Bücher zu Kunst und Kapital, Märkten und Messen

von Dagmar Danko

Neue Verkaufsrekorde, superreiche Promi-Sammler, viel Bling-Bling. So lässt sich das wohl wichtigste Event des Kunstbetriebs, die Art Basel, alljährlich zusammenfassen. Oder fasst das eher die Berichterstattung darüber zusammen? Jedes Jahr das gleiche Spiel: Die Art Basel öffnet ihre Tore und zeitgleich kommentiert das Feuilleton mit wohligem Schauer die Rekordsummen, die dort für moderne und zeitgenössische Kunst über den Tisch gehen. Auch in den Kultursendungen der Öffentlich-Rechtlichen schüttelt man mit dem Kopf: Kunst als Investment! Millionendeals! Russen! Chinesen! Brad Pitt! Wahnsinn! Welch unsäglicher Hype!

Wer das in den vergangenen Jahren verfolgt hat, kommt nicht umhin, an Und täglich grüßt das Murmeltier zu denken. Tatsächlich ist eine Art Kapitulation der Berichterstattung zu erkennen. Keine Frage: Der reale wie symbolische „Ausverkauf der Kunst“ muss thematisiert, über den Kunstmarkt muss gesprochen und das Phänomen der heutigen Kunstmessen kritisch unter die Lupe genommen werden. Aber dann sollte auch mehr drin sein als Sensationslust und eine empörte Haltung, die kaum über den Sonntag, an dem die Art Basel nach nur fünf Tagen wieder schließt, hinausgeht. Reportagen, Analysen und Interviews, die um den Konnex von „Kunst und Kapital“ kreisen, sollten mehr bieten, als sich alljährlich wiederholende Phrasen darüber, welchen Umsatz die Top-Ten-Galerien am ersten Verkaufstag gemacht haben und wessen Werke gerade weggehen wie heiße Semmeln. Die Überbetonung der Verkaufserfolge, die es schließlich jedes Jahr zu vermelden gibt, zeichnet ein überdrehtes Bild von Kunstmessen wie der Art Basel – ein Bild, das…

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