Monografie · von Thomas W. Kuhn · S. 222
Monografie , 2016

Heidi Specker

Ein Bild ist gut, wenn man vergisst, das man geguckt hat

von Thomas W. Kuhn

2008 erschien im Kunstforum die erste Monografie Ronald Bergs über Heidi Specker, die das vielfältige Werk dieser singulären Gestalt der deutschen Kunstfotografie vorstellte. Der vorliegende Text stellt neuere Projekte der Künstlerin vor, die vom 11.3. bis zum 11.7.2016 in der Berlinischen Galerie mit ihrer Ausstellung „Heidi Specker – in front of“ präsent ist. Hintergrundinformationen lieferte ein Gespräch mit der Künstlerin am 21.12.2015 in Berlin-Kreuzberg.

Eine Reihe von Gemeinschaftsprojekten zeichnen die Arbeit der Künstlerin der letzten Jahre aus, die mit ihren eigentümlichen Stadtbildern in den 1990er Jahren bekannt wurde. 2009 entstand mit dem Autor und Architekten Theo Deutinger (*1971, Flachau) das Künstlerbuch „Help me I am blind“. Über 28 Tage hinweg realisierten beide täglich einen interkontinentalen Dialog zwischen Europa und Australien, bestehend aus einem Text Theo Deutingers und Bildern Heidi Speckers. Halb Anleitung zum weiteren Sehen, halb Kommentar zum Gesehenen, verzahnen sich Text und Bild zu einem virtuell gemeinschaftlich Erlebten, zwischen Anekdote und Essay.

Ein Stipendium an der Villa Massimo ermöglichte ihr dann 2010 die Arbeit an mehreren Serien in Italien. Das 2012 am Leopold-Hoesch-Museum unter dem Titel „Termini“ ausgestellte Konvolut erstrahlte in einer überraschend verführerischen Eleganz, nach den spröden Impressionen Australiens. Vor Ort in Düren widmete sich die Fotografin sogleich Aufnahmen der archaisch-modernen Kirche St. Anna von Rudolf Schwarz. Wie schon 2000 mit Werken zu Peter Behrens oder 2008 zu Mies van der Rohe mit dem Landhaus Lemke, kehrte Heidi Specker erneut von anonymen Bauten zurück zur Autoren-Architektur.

2014…

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