Ausstellungen: Köln/Bologna/Budapest/Antwerpen · von Heinz-Norbert Jocks · S. 352
Ausstellungen: Köln/Bologna/Budapest/Antwerpen , 1995

Heinz-Norbert Jocks

Bernard Schultze

»Die Geschichte eines Pinsels«

Josef-Haubrich-Kunsthalle, Köln, 12.11.1994 – 15.1.1995

Galleria Comunale d`Arte Moderna, Bologna

Szépmüvézeti Múzeum, Budapest

Kunsthalle Elzenveld, Antwerpen

Als „manieristischer Phantast“, der mit Pinsel und Bleistift zur „Exkursion mit ungewissem Ausgang“ aufbricht, würde er sich heute am ehesten bezeichnen. So der Abenteurer, der es nicht aufgegeben hat, „unbekannte Möglichkeiten“ zu erforschen. 1915 im polnischen Schneidemühl geboren, malt der Wahlkölner Bernard Schultze bis heute „unter dem Diktat des Unbewußten“, wie es der Surrealist André Breton gefordert hat. Neben K.O. Götz, Emil Schumacher oder Gerhard Hoehme ging Schultze als deutscher Informeller in die Kunstgeschichte der Nachkriegszeit ein. Von 1951 an besuchte er wiederholt Paris, wo er zusammen mit seiner Frau Ursula auch seit kurzem ein Atelier bewohnt. In der Seine-Metropole lernte er George Dubuffet, den „gefürchteten Unterweltkönig“, und die Witwe von Wols kennen. Sein Weg führte von surrealistisch informellen Anfängen über die dreidimensionalen „Migofs“, den zwischen Wachstum und Zerfall angelegten, furchteinflößenden Phantasie-Wesen, zu einer farbintensiven, beinah bunten, in mattem Glanz schimmernden Malerei seit 1981.“Früher kicherten Masken aus meinen Bildern“, so Schultze über sich und sein Bildkosmos, bevor er sich dann wie folgt abgrenzt: „Das ist heute nicht mehr so. Jetzt sieht man bei mir stabilisierte Wolkengebilde, die sich auch wieder verflüchtigen können.“

Sein Spätwerk erweist sich als Selbstkritik des Auges, als Gipfel in den Dienst genommener Erfahrungslust, als Raumeroberung und als Lob der Inhomogenität. Oft verdächtigt, senil zu sein oder dem Vergessensrausch öder Repititionen anheimzufallen, kann ein Alterswerk, wie in diesem Fall, auch angenehm verblüffen. Und zwar so stark, daß der Blick des Betrachters,…

Kostenfrei anmelden und weiterlesen:

  • 3 Artikel aus dem Archiv und regelmäßig viele weitere Artikel kostenfrei lesen
  • Den KUNSTFORUM-Newsletter erhalten: Artikelempfehlungen, wöchentlichen Kunstnachrichten, besonderen Angeboten uvm, jederzeit abbestellbar
  • Exklusive Merklisten-Funktion nutzen
  • dauerhaft kostenfrei

L_Test-Zugang


von Heinz-Norbert Jocks

Weitere Artikel dieses Autors