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Ausstellungen: Düsseldorf · von Helga Meister · S. 421 - 421
Ausstellungen: Düsseldorf , 1993

Helga Meister
Bernd Minnich

»Maler des Schönen«
Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf, 13.3. – 25.4.1993

Eine Lanze für das Schöne wolle er brechen, sagte Raimund Stecker als neuer Leiter des Kunstvereins für die Rheinlande und Westfalen bei der Eröffnung der Ausstellung Bernd Minnichs. Man könne die Schönheit nicht der Werbung überlassen.

Der 51jährige Minnich als Sinnenbotschafter aus Arkadien? Mit Brillantglanz, irisierendem Blau, Lindengrün und Lachsrosa? Mit Farben ohne definierbare Formen? Mit wogenden Bewegungen, flirrenden Lufterscheinungen und driftenden Wolken? Mit Gouachefarben, die sich verdichten und verdünnen oder facettenhaft changieren?

Minnich: „Es gibt eine Übereinkunft, daß die Schönheit aus der Welt entwichen und nur noch in Reise- und Überredungsprospekten vorhanden sei. Diese Übereinkunft teile ich nicht. Menschen können eine innere Schönheit ausstrahlen. Es macht mir Spaß, farbige Richtigkeiten im Bild zu formulieren.“

Minnich steht mit seiner Empfindsamkeit ziemlich allein. Düsseldorf ist eine sehr harte Stadt. Ich glaube, daß manche Leute es als einen Akt der Unehrlichkeit ansehen, wenn man in so einer Stadt visuelle Produkte des Schönen herstellt. Meiner Meinung nach kann man an jedem Ort solche Werke artikulieren. Er hat sein Atelier auf dem Gelände einer ehemaligen Lampenschirmfabrik unweit des Hauptbahnhofs.

1987 erhielt er den Villa-Romana-Preis und lebte acht Monate in Florenz. In Italien flossen viele Überlegungen zusammen, die seine Kunst reifen ließen. Im Mai 1992, inzwischen Professor für freie Malerei in Braunschweig, tauchte er am Trasimenischen See auf. Die Malerei aus Siena inspirierte ihn. Wer jetzt an seinen Bildern im Düsseldorfer Kunstverein vorbeischritt, spürte eine merkwürdige Distanz, eine Aura und Unangreifbarkeit seiner Farben.

Ob Grünerde,…



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