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Ausstellungen: Köln · von Jürgen Raap · S. 359 - 359
Ausstellungen: Köln , 1995

Jürgen Raap
Bernd Vossmerbäumer

APC-Galerie Köln, 11.11.1994 – 14.1.1995

Mondrians Absicht, keinen perspektivischen, sondern einen illusionslosen Raum zu schaffen, hat für Bernd Vossmerbäumer ebenso eine konzeptuelle Patenschaft wie der formale Purismus bei ZERO und ARTE POVERA. Seine künstlerische Entwicklung in den letzten sieben Jahren dokumentiert die Kölner APC-Galerie mit einer Reihe von zeichnerisch-grafischen Arbeiten von 1987 mit einer lyrischen Farbgebung in gestischer Abstraktion und eincollagierten Papierausschnitten, und im Vergleich dazu mit Installationen von „Bildkörpern“ aus den Jahren 1990-94, in denen sich eine minimalistisch anmutende strenge Grundform durchgesetzt hat. Hölzerne Hohlkörper sind mit Acryl- bzw. einfacher Baumarkt-Farbe übermalt: Sie hängen zwei- oder vierfach aneinandergereiht mit deutlichem Abstand zum Boden in hochkantiger Anordnung als Quader an der Wand oder auch als eine vertikale Folge von Querbalken.

Der Titel „Interieur“ bei der Grafik-Serie verrät, daß es auch hier schon um die Erfassung von Räumen und um eine Auseinandersetzung mit Raumwahrnehmung geht: Physiologisch beschränkt sich diese zwar auf das radiale Segment des eigentlichen „Gesichtsfeldes“, und dennoch nehmen wir instinktiv wahr, daß plötzlich einer hinter uns steht, auch wenn wir ihn (noch) nicht direkt sehen und uns erst umdrehen müssen. Aus dieser Erkenntnis leitet Vossmerbäumer die These ab, wir müßten bei der Bildbetrachtung über den Rahmen hinaussehen, obwohl bei der klassischen Bildproduktion der Maler auf seinen Bildgrund und nicht auf den Umgebungsraum des Bildes fixiert sei.

Dies führt zu der Konsequenz, im Konzept der dreidimensionalen Installation das Prinzip des Gemäldes mit dem der Plastik und des Raumes zu vereinigen bzw. eine Symbiose zwischen Objekt und Umgebungsraum herzustellen: In der…


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