Ausstellungen: Köln , 1995

Wout Nierhoff

Bernd Zimmer

»ERDschnitt Sahara«

Galerie Heinz Holtmann, Köln, 12.11.1994 – 7.1.1995

»Bilder 1987 – 1994«

Städtisches Museum Leverkusen, Schloß Morsbroich, 20.11.1994 – 5.2.1995

Ein Sonderfall in der deutschen Kunstszene ist Bernd Zimmer allemal. Relativ spät kam der in Berlin lebende reife Twen Mitte der 70er Jahre als Student der Philosophie und Religionswissenschaften zur Malerei, nachdem er zuvor eine Lehre im Verlagswesen abgeschlossen hatte. Als Mitglied der Berliner Galerie am Moritzplatz stand er dann im regen Austausch mit solchen Malerkollegen wie Middendorf, Fetting, Salomé, Hödicke und Schepers.

Doch während die heftige, meist figurativ orientierte Malerei der Neuen Wilden den Hunger nach Bildern auf ihre Art und Weise stillte, setzte sich Zimmer überwiegend mit seiner unmittelbaren Umgebung und den Naturzusammenhängen auseinander. Mit kräftigen und vitalen Gelb-, Blau- und Rottönen, dann mit dem kalten Kontrastspiel schwarz-weißer, erruptiver Pinselschwünge auf blauem Grund, aber auch mit sattem Grün oder fader Graupalette schilderte Zimmer seit Ende der 70er Jahre seine Umgebungs- oder Naturimpressionen.

Umgebung oder Natur scheinen passendere Stichworte als „Landschaft“ zu sein, weil Zimmer sich in bester romantisch-expressionistischer Tradition zumeist nicht an das tatsächlich Gesehene klammert(e). Auch wenn die Themen seiner mit Dispersion, Öl, Acryl, Leimfarbe und Wasserfarbe erarbeiteten Bildfindungen auf Leinwand oder Papier immer wieder den Bezug zur Natur herstellen – in den meisten Fällen ist offenkundig nicht die Landschaft Kern des Interesses: Vielmehr geht es um die Kräfte, die in der Natur wirken und walten: die Strömungen im Meer, Wellenberge, aufgepeitschte Wogen im Sturm, Moränen, Wanderdünen, Blitze, Winde, das Licht, die Dunkelheit und Schattenspiele.

Immer wieder nennt Zimmer in den…

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von Wout Nierhoff

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