Berlin
Christian Jankowski

Sender and Receiver
Fluentum – Contemporary Time-Based Art 09.09.–12.12.2020

von Laura Helena Wurth

Christian Jankowski macht Kunst, die man eigentlich gar nicht so gut Kunst nennen kann. Zumindest, wenn man an Kunst im Sinne von Malerei, Skulptur oder auch Performance denkt. Oft sind es Filme, die dabei übrigbleiben, oder Fotografien. Dabei ist er weder Fotograf noch Videokünstler. Die Medien sind bei ihm lediglich Mittel zum Zweck. Es gibt bei Jankowski keine Form. Nur Inhalt. Und der setzt sich aus sozialen Experimenten zusammen. Sechs davon, entstanden zwischen 1999 und 2020, sind jetzt bei Fluentum in Berlin zu sehen. Neuerdings beherbergt das geschichtsträchtige Gebäude eine Sammlung von Videokunst, vormals war es Sitz der US Army im ehemaligen Westteil der Stadt. Von dort aus wurde die Luftbrücke während der Berlin Blockade organisiert. Ein geschichtsträchtiger Ort.

Der Titel der Ausstellung ist gleichzeitig Titel der neuen Arbeit: „Sender and Receiver“. Dabei geht es generell bei Jankowskis Arbeit eigentlich immer um genau das, was dazwischen passiert. Also um den Moment, in dem die Botschaft schon auf ihrem Weg, aber noch nicht beim Empfänger gelandet ist. Dabei passieren immer merkwürdige, oft komische und manchmal pathetische Momente. Momente, die den Menschen in seinem Menschsein so direkt anschauen, dass man als Betrachter manchmal auch wegschauen muss.

Bereits am Eingang wird man von der Arbeit „Zöllner singen“ (1999) begrüßt. Da passiert genau das, was der Titel vermuten lässt: Zöllner singen. An den EU- Grenzen ihre jeweiligen Nationalhymnen. Manche tun das voller Inbrunst, andere verhalten, peinlich berührt. Fast hätte man die Einschränkungen durch…

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Laura Helena Wurth

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