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Titel: Quo Vadis Biennale? - I. Experimentierfeld – Kritik – Krise · von Susanne Boecker · S. 76 - 85
Titel: Quo Vadis Biennale? - I. Experimentierfeld – Kritik – Krise ,
Titel: Quo Vadis Biennale? - I. Experimentierfeld – Kritik – Krise

Kurz vor dem Kollaps – oder längst am Ende ?

Biennalen in der Krise
von Susanne Boecker

Eine genaue Zahl der weltweit stattfindenden Biennalen ist nicht zu ermitteln, da immer neue Großausstellungen ins Leben gerufen werden, während zugleich andere einfach wieder von der Landkarte verschwinden. Das ist angesichts der hohen finanziellen und organisatorischen Anforderungen an das Format nur logisch – aber noch kein Hinweis auf eine Krise der Biennale an sich. Dennoch ist das Modell der Großausstellung in eine Schieflage geraten. Dies hat zum einen systemische Gründe. Zum anderen wird die Biennale durch verschiedene äußere Faktoren bedroht und grundsätzlich in Frage gestellt. Eine Biennale ohne Krise – gibt es das überhaupt? Gehören Biennalen und Krisen nicht zusammen wie zwei Seiten einer Medaille? Wenn man sich die Geschichte der Biennalen der letzten zwanzig Jahre anschaut, scheint es tatsächlich so zu sein.

Gehören Biennalen und Krisen nicht zusammen wie zwei Seiten einer Medaille?

Wenn im Folgenden von „Biennale“ die Rede ist, so ist damit die periodische Megaausstellung internationaler zeitgenössischer Kunst mit Eventcharakter gemeint. Sie hat den Anspruch, eine zielgerichtete Auswahl oder ein größtmögliches Angebot an Kunst zu zeigen, die in der Welt genau jetzt geschieht. Dabei geht es insbesondere auch um den Austausch zwischen lokalen und internationalen Kunstwelten. Als solche steht die Biennale unter dem paradoxen Druck, in schöner Regelmäßigkeit immer wieder neu, überraschend und einmalig zu sein. Im Unterschied zu Sammlungspräsentationen, Themenausstellungen oder Wechselausstellungen zeitgenössischer Kunst geht es bei der Biennale nicht darum, eine Auswahl aus vorhandener Kunst zur Diskussion zu stellen, sondern gerade entstandene…

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