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Monografie · von Ronald Berg · S. 236 - 247
Monografie ,

Jorinde Voigt

Die Entdeckungsreisende
von Ronald Berg

Ludwig van Beethoven ist immer schon der Lieblingskomponist von Jorinde Voigt gewesen. Beethoven versuche nicht zu beeindrucken, seine Musik sei ganz authentisches Gefühl, meint Jorinde Voigt im Gespräch zur Vorbereitung dieses Textes. Jorinde Voigt hat mit Musik einige Erfahrung. Ab neun Jahren hatte sie Musikunterricht, lernte Cello und Klavier, war – wie immer – sehr ehrgeizig, übte vier Stunden täglich und spielte schließlich auch Konzerte. Sie hätte durchaus auch Musikerin werden können. Und selbstverständlich kann sie Partituren lesen.

Das Schlüsselwerk

Wie zum Beweis ihrer Ansichten zu Beethoven hat Jorinde Voigt 2012 sämtliche seiner 32 Klaviersonaten zum Gegenstand ihrer Arbeit gemacht. Anlass war eine Einladung zum Luminato Festival in Toronto, wo die 32-teilige Serie von großformatigen Zeichnungen auf Papier als eine Art Komplement zur Aufführung der Beethoven-Sonaten durch den kanadischen Pianisten Stewart Goodyear fungierte. Die Musik Beethovens war nun also auch zu einem visuellem Phänomen geworden.

Aber wie sahen die Zeichnungen nun aus? Zunächst muss gesagt werden, dass es sich eigentlich nicht um Zeichnungen im üblichen Sinne handelt, sondern dass der Begriff Notationen, den Voigt selbst dafür verwendet, die Sache besser trifft. Man könnte sogar noch einen Schritt weiter gehen und von Diagrammen sprechen, auch wenn diese Form der graphischen Visualisierung – zum Beispiel in der Wissenschaft – üblicherweise wenig Platz für künstlerischen Freiraum lässt und Affekt und Gefühl ausblendet. Doch das ist bei Jorinde Voigt durchaus nicht der Fall – gerade und obwohl es doch im Falle der Beethoven-Sonaten ein breites emotionales Spektrum gibt, das der Komposition buchstäblich…

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