Gespräche mit Künstlern · von Heinz Schütz · S. 244
Gespräche mit Künstlern , 1989

Ulrich Horndash:

Die Revolution ist ein Geisteszustand

Ein Gespräch mit Heinz Schütz

„Leidenschaft allein giebt Abstractionen sowohl als Hypothesen Hände, Füße, Flügel; . Bildern und Zeichen Geist, Leben und Zunge – – Wo sind schnellere Schlüsse? Wo wird der rollende Donner der Beredsamkeit erzeugt, und sein Geselle – der einsylbichte Blitz – – „Johann Georg Hamann

Ulrich Horndashs Farbmalerei Ende der siebziger Jahre steht in der Tradition des amerikanischen Konzeptualismus, Anfang der achtziger Jahre beginnt die Auseinandersetzung mit öffentlicher „Ikonographie“, die sich dann in der Hinwendung zum 18. Jahrhundert – insbesondere zu Nicolas Ledoux‘ Revolutionsarchitekturen – um eine historische Dimension erweitert. In zunehmendem Maße wird für Horndash die Architektur Bestandteil der Arbeiten-jüngst in der Wiener Ausstellung „In situ“, in „München Focus“ und der Düsseldorfer „BiNationalen“. Kategorien wie Schönheit, Symmetrie, Ordnung und Klarheit bestimmen den Aufbau der Arbeiten. Mehr als eine sachliche Aufzahlung wird Ulrich Horndash durch seinen Wunsch charakterisiert, das folgende Zitat Johann Georg Hamanns an den Anfang des Gesprächs zu stellen:

Stünde nicht die Forderung nach absoluter Autonomie und historischer Orientierung im Raum, könnte man sagen: Der avantgardistischen Doktrin des Expansionismus gemäß hat die Malerei in den letzten Jahren die Grenze zur Architektur überschritten. Was veranlaßte Sie zu dieser Grenzüberschreitung?

Das Bewußtsein für die Architektur habe ich relativ früh geschärft. Aufgrund einer Arbeit, die ein in sich variables, dem Raum anzupassendes System von Farbtafeln darstellt, stieß ich auf das Problem der Plazierung. Das war 1981, ein Jahr später begann ich mit den ersten Wandarbeiten. Heute ist die Architektur für mich ein integraler Bestandteil der Publikationsmaßnahme,…

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