Titel: Denken 3000 · von Birgit Richard · S. 115
Titel: Denken 3000 , 2008

Denken 3000

Erika Fischer-Lichte

Es gibt immer weniger Theatralik.

Ein Gespräch mit Birgit Richard

Erika Fischer-Lichte hat als Theaterwissenschaftlerin ihre und verwandte ästhetische Disziplinen in den vergangen Jahren maßgeblich mitgestaltet und als Sprecherin des Sonderforschungsbereichs „Kulturen des Performativen“ hat sie den Performanzbegriff für verschiedene künstlerische Gattungen, schwerpunktmässig aber für das Theater erforscht und nachhaltig verändert.

Sie entwickelte in „Die Ästhetik des Performativen“ eine Grundlagentheorie, die die Entwicklung nachvollziehbar macht, dass Künstler anstatt Werke zuschaffen, Ereignisse hervorbringen, die in ihrem Vollzug die alten ästhetischen Relationen von Subjekt und Objekt, von Material- und Zeichenstatus außer Kraft setzen. Fischer-Lichte fordert eine Reformulierung des traditionellen Aufführungsbegriffs hin zu einem performativen Ereignisbegriff. Den vorhandenen Theorien des Performativen wird eine neue, eine ästhetische Theorie der Performance/Aufführung hinzugefügt. Laut Fischer-Lichte richtet sich eine Ästhetik des Performativen auf solche Kunstprozesse, denen Begriffe wie, Werk, Produktion und Rezeption nicht adäquat waren/sind

Erika Fischer-Lichte, geb. 1943, 1963-1970 Studium Theaterwissenschaft, Slavistik, Germanistik, Philosophie, Psychologie und Erziehungswissenschaft an der FU Berlin und an der Universität Hamburg, 1972 Promotion in Slavistik, ab 1973 Professorin an der Goethe-Universität, Frankfurt, ab 1986 Lehrstuhl an der Universität Bayreuth, ab 1990 Direktorin des Instituts für Theaterwissenschaft an der Gutenberg-Universität Mainz, ab 1996 Professorin und Geschäftsführende Direktorin des Instituts für Theaterwissenschaft der FU Berlin, Gastprofessuren in Bloomington, Seattle; St. Petersburg, St. Louis und Los Angeles.

Birgit Richard: Ich fange an mit der Frage nach der Ästhetik des Performativen, mit dem performativen Turn, einem der großen historischen Turns, der durch Ihre Arbeit grundgelegt worden ist, und würde Sie einfach bitten, das zu definieren, von Ihrer Grundidee…

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