Titel: Denken 3000 · von Birgit Richard · S. 164
Titel: Denken 3000 , 2008

Denken 3000

Franz Liebl

Wie hacken meine Kunden meine Marke?

Ein Gespräch mit Birgit Richard

Der Wirtschaftswissenschaftler Franz Liebl forscht in den Bereichen Trends, Design, Jugend- und Subkultur sowie experimentelle Musik. In dieser übergreifenden Synthese meist getrennt gedachter Themen beschreibt er den kreativen Umgang mit Kunst- und Alltagsobjekten als „Cultural Hacking“ und analysiert in diesem Zusammenhang Strategien der Umcodierung und Neuordnung von scheinbar fest eingeführten Bedeutungen im Alltag wie auch im avantgardistischen Design- und Kunstumfeld

Franz Liebl, geb. 1960, 1981–1986 Studium der Betriebswirtschaftslehre Universität München; 1986–1994 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Systemforschung der Universität München, von 1990–1994 dort stellvertretender Institutsleiter; 1991 Promotion zum Dr. oec.; 1994 Habilitation, 1994–1998 Inhaber des Lehrstuhls für Allgemeine und Quantitative Betriebswirtschaftslehre an der Universität Witten/Herdecke, bis 2005 Inhaber des Aral Stiftungslehrstuhls für Strategisches Marketing. Seit 2005 Professor für Strategisches Marketing an der Universität der Künste Berlin. Forschungsschwerpunkte: Strategisches Management, Issue-Management, Business-Design, sowie Marketing unter Bedingungen gesellschaftlicher Individualisierung. Seit 1983 Veröffentlichungen zu den Themen Jugendkultur, Subkultur und experimentelle Musik. Seit 1995 Aufführung von Theorie-Performances in der Reihe „Unbekannte Theorie-Objekte der Trendforschung“.

Birgit Richard: Mich würde der Begriff Cultural Hacking interessieren, das Verhältnis zu neu aufgekommenen Begriffen wie etwa Virales Marketing. Gibt es da Gemeinsamkeiten? Was wären die Unterschiede?

Franz Liebl: Ja, da kann man schon Bezüge sehen. Hacking nutzt mitunter Viralität, aber das ist eher Nebenaspekt und nicht die zentrale Idee. Wichtiger erscheinen mir Aspekte wie Bricolage, Verbindung von Ernst und Spiel, Orientierung und Umcodierung. Was jetzt das Virale Marketing angeht, da geht das Verständnis auseinander, was das eigentlich sein soll….

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