Ausstellungen: Brühl · S. 147
Ausstellungen: Brühl , 1983

Felix Droese

Kunstverein Brühl; Galerie Zwirner, Köln; Galerie Kohnen, Düsseldorf

Zwischen Brühl und Köln waren die Bindungen eng. Im Vorspann dazu präsentierte Felix Droese zumeist ältere und mehrheitlich kleinere Scherenschnitte bei Arno Kohnen in Düsseldorf. Allen drei Schauplätzen ist dieser schwerlich zu situierende Einzelgänger der jungen Kunstszene eng verbunden. Im Kunstverein Brühl, genauer gesagt in der vom Kunstverein für Droese ‚ausgeliehenen‘ Orangerie des Brühler Schlosses, lag nicht allein der Inszenierung wegen das Schwergewicht seines letzten Auftretens. Der lang gestreckte Raum mit seiner regelmäßigen Anreihung hoher Fenster auf beiden Seiten, vom Licht durchdrungener Schauplatz barocker Selbstherrlichkeit und Klarheit, wurde von Droese besetzt wie eine mythischkultische Stätte des Leidens. Nicht von ungefähr tauchte angesichts der Inszenierung die Erinnerung an die christliche Inkarnation des Leidensweges, die 14 Kreuzwegstationen auf. Nur in Droeses ‚dort‘ betitelter Arbeit waren es ’nur‘ 13 Stationen, diese aber sich selbst reflektierend in ihrem spiegelbildlichen Abdruck auf der je gegenüberliegenden Seite und in nochmaliger Umkehrung an anderem Ort – in der Galerie Zwirner. Aus rohen eingeschwärzten Holzplatten – vertikale Schnitte von Baumstämmen – fanden sich Figuren fragmente und ornamentale-geometrische Zeichen eingeschnitzt: So gezeichnet verletzt lehnten die Holzstücke wie kultische Stelen zwischen den Fenstern. Ihnen gegnüber auf schwarzen, von der Decke herabhängenden Tüchern die schwarzen Abdrücke der Holzschnitte und dann bei Zwirner nochmals diese schwarzen Abdrücke auf weißem Papier. Droese greift seit den Anfängen seiner künstlerischen Tätigkeit auf traditionelle Medien zurück. Die Scherenschnitte vor allem machten ihn berühmt. Die kleinen bei Kohnen und ein größerer bei Zwirner machen gerade in der Zusammenschau mit…

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