Ausstellungen: Berlin · S. 132
Ausstellungen: Berlin , 1983

Richard Serra

Reinhard Onnasch Ausstellungen

Was sich im ersten Moment als unpassend erweist, wurde im nachhinein zu einem Glücksfall. Aus statischen Gründen mußte ein Teil der Ausstellung mit Werken von Richard Serra, die die Galerie Onnasch zeigte, aus den Galerieräumen an einen anderen Ort verlegt werden. Man fand die Räume einer Kunstspedition, die sich bereit erklärte, die Arbeiten für die Dauer der Ausstellung aufzunehmen. Dazu gehörte dann auch ein neues Werk mit dem Titel ‚Do it‘, speziell für die Ausstellung installiert: zwei fünf cm starke Stahlplatten sind so aufeinander und auf eine Ecke des Raums bezogen, daß ihre Schwere aufgehoben zu sein scheint. In der Vorbereitungsphase nannte sich die Arbeit einfach ‚Corner Prop No. 6‘ und wurde nach dem geglückten Aufbau, von dem vorher amerikanische Gutachter abgeraten hatten, von Richard Serra in ‚Do it‘ umgetauft. Der Titel nimmt Bezug auf einen Schlager in den USA, der von einer Eisläuferin erzählt. Sie bewegt sich auf immer dünnerem Eis, möchte aufhören, aber das Publikum fordert sie auf, weiterzumachen. Ähnliches muß Richard Serra beim Aufbau der Skulptur erfahren haben. Im Gegensatz zu zwei anderen Arbeiten, die ebenfalls in den Speditionsräumen installiert wurden (Floor Pole Prop, 1969 und Corner Prop, 1969), in denen die einzelnen Elemente ihre stützende und haltende Funktion deutlich werden lassen, wirkt ‚Do it‘ in dieser Beziehung kaum so offensichtlich. Hier von Magie der Materialität zu sprechen, liegt nahe. Ein Blick auf die Skizze zum Projekt mag die Größen- und Abstandsverhältnisse der beiden Platten klären, sie bleibt aber dennoch eine Skizze, die die…

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