Ausstellungen: Berlin , 1983

Ulrich Eller

Galerie Gianozzo

Ein Galerieprogramm, das sich seit Jahren zwischen den Künsten ereignet und diese Idee über jedes einzelne Ausstellungsprojekt konsequent weiterverfolgt, ist bemerkenswert. Rolf Langebartels bemüht sich in seiner Galerie Gianozzo (nach dem Luftschiffer Gianozzo aus Jean Pauls ‚Titan‘) die Grenzen zwischen Zeichnung, Malerei und Musik offenzuhalten. Ein Beispiel für diese Galeriekonzeption ist eine Arbeit von Ulrich Eller unter dem Titel ‚Perkussion zweier Räume‘.

Der Begriff ‚Perkussion‘ ist dabei in seiner ursprünglichen Bedeutung verwendet worden, als Beklopfen einer Oberfläche. Das Beklopfen der Galeriewände war Ausgangspunkt einer Arbeit, die rhythmische Klänge in rhythmische Zeichenmuster übersetzt. In einem langwierigen Prozeß wurden in der Wand und auf dem Kellerboden Klangstellen gefunden, die sich für diese Transformation als geeignet erwiesen. Anschließend an diese Perkussion wurde an die ausgewählte Stelle ein Blatt Papier festgemacht, auf dem mit Fettkreide der zeitliche Aspekt der rhythmischen Klangfolge in ein räumliches Muster transformiert wurde. Während der Ausstellung wurden die einzelnen Blätter am Ort ihres Entstehens belassen, wobei sich in bestimmter Weise Bild und Abbild deckten. Unter einigen Blättern reproduzierte ein Cassettenrecorder den Klang, der auf dem Blatt zu sehen war. Da mehrere Casettenrecorder sich in einem Raum befinden, überdecken sich die Klänge, in Abstimmung auf eine mögliche Wahrnehmung, die ebenfalls mehrere Zeichnungen nebeneinander realisiert. Für den Besucher bleibt unbestimmt, ob sich die Zeichnungen in Klang umsetzen, oder Klang zur Zeichnung wird. Ulrich Eller setzt für sich den Ausgangspunkt in dem hörbaren Aspekt, der sich im Prozeß des Entstehens in einen visuellen Aspekt verwandelt. Daß die einzelnen Zeichnungen zu Frottagen der…

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