Ausstellungen: Lüdenscheid , 1991

Eva Schmidt

Fernando Sinaga

Galerie Friebe, Lüdenscheid, 28.4. – 15.6.1991

Was zunächst in der Ausstellung auffällt, ist die Unterdimensionierung (gemessen an der menschlichen Größe) der metallenen Formen. Ein in sich so widersprüchlicher Begriff wie „kompakte Zierlichkeit“ könnte die einzelnen Elemente des Ensembles beschreiben. Die Kleinheit ebenso wie die niedrige Hängung sind keineswegs extrem oder spektakulär. Gerade die kaum wahrnehmbare Unterdimensionierung ist es, die erstaunt. Die niedrige Hängung verstärkt den Eindruck, die Schwere des Materials würde nach unten ziehen. Gegen diese Schwere arbeitet die Bildhaftigkeit der Elemente, die sowohl für sich als auch in der Ausgewogenheit der Gruppe stehen können.

„Alma del Mundo“ (Weltseele) ist eine neuere Arbeit des in Zaragoza geborenen 40jährigen Künstlers Fernando Sinaga, der heute in Salamanca lebt und an der dortigen Universität Professor für Skulptur ist. Sinagas jetzige Ausstellung in der Lüdenscheider Galerie Friebe ist seine zweite in Deutschland (die erste hatte er in der Galerie m in Bochum 1989, vgl. die Rezension von Claudia Posca im KUNSTFORUM, Bd. 104). Als wichtiger Vertreter der jüngeren spanischen Bildhauergeneration (vgl. auch KUNSTFORUM, Bd. 94: „Spanien im Aufbruch“) verarbeitet Sinaga die eigene kulturelle Tradition wie auch internationale ästhetische Positionen zu einem in den letzten Jahren immer klarer und dichter werdenden Werk.

Sinaga kommt von der Malerei zur Skulptur. Malerische Oberflächenbehandlungen seiner skulpturalen Arbeiten aus den Jahren 1986 und 1987, etwa durch Oxydation oder Stearinspuren, wurden in der letzten Zeit aufgegeben. Ebenso fällt die Reduktion der Form als ein Entwicklungsmoment der letzten Jahre auf. Die Formen werden geschlossener, es gibt nun kaum noch freistehende Bodenarbeiten. Als…

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