Ausstellungen: Siegburg · von Andreas Denk · S. 366
Ausstellungen: Siegburg , 1991

Andreas Denk

Hansik Gebert

»Malerei«

Stadtmuseum Siegburg, 28.5. – 30.6.1991

Hansik Gebert hat schon so manches versucht.

Nach seinem Abschluß als Meisterschüler bei Karl Marx wandte er sich Mitte der 70er Jahre zugunsten konzeptueller Ansätze von der Malerei ab. Sein Interesse galt seither der grundsätzlichen Determination menschlichen Daseins und der Möglichkeit, darüber zu kommunizieren: Mit Angelika Bliese gründete er die „Identity Research Group“ zur „Popularisierung eines ausgeweiteten Kunstbegriffs“, um Denk- und Kommunikationsmodelle zu verbreiten, die „über Subjektivität zu Eigenkreativität“ führen sollten. Vor allem waren die beiden publizistisch tätig: Ihre Veröffentlichungen „Lifetime“ (1975/76) und „Who’s Who“ (1976-80) enthielten vor allem fotografische Werkuntersuchungen und Lebens- und Aktionsdokumentationen. Verschiedene fotografische Serien zielten auf eine direkte Publikumsbeteiligung mit Hilfe von Fragebögen, die Eindrücke beim Betrachten der Gebert-Blieseschen Aufnahmen eruieren sollten. Seit Anfang der 80er Jahre arbeitete Gebert mit Installationen, die mit semiotischen Techniken Objekte, Fotos und Malerei zu multimedialen Bedeutungsfeldern verknüpften. Doch auch sein großer Installationszyklus unter dem Titel „Salz“ in Karlsruhe, Düsseldorf, Duisburg und Aachen (1980-1983) blieb für Gebert offenbar nur Zwischenresultat. Schon 1982 wandte er sich erneut einem anderen Medium zu: Bis 1988 vollendete er seinen Roman „Abraham“, der, wie Gebert selbst sagt, „ein letzter Versuch, ob es auch anders geht“, sein sollte.

Seit 1985 setzt sich der 41jährige erneut mit Malerei auseinander. Die großzügig gehängte Ausstellung im Siegburger Stadtmuseum präsentiert neueste Arbeiten, die seine – fälschlicherweise oft als disparat kritisierte – semiotische Arbeitsweise aufnimmt und dem Medium entsprechend übersetzt.

Zunächst ist das verhältnismäßig eingeschränkte Motivvokabular auffällig: Auf bunten, meist mit blauer Palette gearbeiteten Farbfeldern erscheinen, weitgehend zeichenhaft, menschliche…

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