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Ausstellungen: München · S. 375 - 375
Ausstellungen: München , 1991

Justin Hoffmann
Heimo Zobernig

Kunstraum Daxer, München, 23.3. – 27.4.1991

Eine Gratwanderung zwischen Simulation und Realität, zwischen Kunst und Leben, kann immer noch für erhebliche Aufregung sorgen. Eine stattliche Anzahl der Anwesenden suchte bei der Neueröffnung des Kunstraums Daxer verzweifelt nach dem Kunstobjekt. Viele waren verwirrt, einige erbost. Es ist schon eine bestimmte Form von Hinterhältigkeit, gerade zur Eröffnung eines Ausstellungsraums einen Künstler zu suchen, der diesen Ort zum Anlaß für seine künstlerische Gestaltung nimmt. Da man den Kunstraum Daxer noch nicht kannte, wußte der Besucher auf den ersten Blick nicht, ob es sich bei den Papierbahnen um eine ausgefallene Art der Tapezierung und bei dem Spiegel eben um einen gewöhnlichen Spiegel handelt. Die Irritation war perfekt.

Die Arbeiten von Heimo Zobernig haben sich in den letzten Jahren deutlich verändert. Aus dem Maler mit kräftigen Farben und geometrischen Kompositionen wurde allmählich ein Minimalist, der immer mehr auf die Farbe verzichtet und wie hier in München lediglich den Träger für visuelle Darstellungen, Bahnen von 150 Gramm schwerem Schöllers-Hammer-Zeichenpapier, ausstellt. Aus dem Bildhauer, der aus einfachen Materialien farbige Skulpturen schuf, wurde ein Künstler, der bevorzugt Objekte wie Spiegel verwendet. Wobei das Aufzeigen dieser Tendenzen nicht bedeuten soll, daß die Ausdrucksmöglichkeiten der früheren Phase vollkommen verschwunden sind.

Der österreichische Kunstsammler und Millionär Johannes Daxer lud zur Eröffnung seines Kunstraums, der sich nicht als eine kommerzielle Galerie versteht, den Landsmann Heimo Zobernig ein. Gunter Sachs und sein „Modern Art Museum“ scheinen damit nach 25 Jahren in München ihre reguläre Nachfolge gefunden zu haben. Die Gestaltung des Kunstraums Daxer…


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