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Ausstellungen: Köln · S. 328 - 329
Ausstellungen: Köln , 1989

Jürgen Raap
Heinz Zolper

Galerie Michael Horbach, 11.11.-31.12.1988

Auch in seiner jüngsten Ausstellung bei Michael Horbach bleibt Heinz Zolper seinem Thema der bildnerischen Untersuchung magischer Phänomene treu. Jedes Einzelbild, vor allem die grafischen Arbeiten, begreift Zolper als Entwurf für ein Tarot-Kartenspiel. Nach einer Serie von Collagen mit Letraset-Rastern hat Zolper nun Motive aus früheren Ölbildern auf Foto-Radierung übertragen, die allerdings als Unikate zu werten sind, da sie eine jeweils individuelle Übermalung erfahren, die über die klassische Handkolorierung weit hinausgeht.

Wer die zumeist grellbunten Original-Vorlagen kennt, ist verblüfft, welch dezente Farbwirkung Zolper hier im Zusammenspiel der durch Ätzen abgestuften Grautöne mit Aquarellier- und Gouache-Effekten zu erzielen vermag. Wobei er sich allerdings bisweilen auch nicht scheut, das zugrundeliegende figurale Motiv mit dickqualligen Farbflecken zu überdecken. Bei den großformatigen Öl- und Acrylbildern variiert Zolper die ikonografisch erfaßbare Thematik formal als Bild im Bild: Nur der mittlere Teil der Bildfläche ist mit figurativen Pointen ausgemalt, wie man es von Zolper kennt, mit schlangenhaft-embryonal verschlungenen beziehungsweise verkrümmten Menschenleibern oder mit hohlen Gesichtsmasken, die über einer Wasserfläche schweben, hier im Spiel mit der Perspektive an Eschner erinnernd. Die Umgebungsfläche dieser „Grundbilder“ erscheint als monochrom angelegte Rahmung, wobei alle vier „Rahmen“-Seiten mit dem gleichen Motiv verziehrt sind: pastos aufgespachtelte Rautenmuster oder der Name „Peter“. Diese bewußt einfach und grob angelegte Umrandung steht in ziemlich spannungsvollem Kontrast zu der Akuratesse in der Behandlung der realistischen Elemente im Bildzentrum; manch ein Betrachter mag dies als formalen Bruch empfinden, der die Wahrnehmung gesamtbildlicher Einheitlichkeit verhindert, vor allem, weil Zolper für die Präsentation das…


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