Ausstellungen: Basel , 2012

Hans-Dieter Fronz

Hilary Lloyd

Museum für Gegenwartkunst, Basel, 12.5. – 16.9.2012

Sie kannte die Stadt schon von einem früheren Aufenthalt her. 2001 verbrachte Hilary Lloyd als Gast der Stiftung Laurenz-Haus ein ganzes Jahr in Basel. Jetzt ist die 1964 geborene, in London lebende Videokünstlerin, die im vergangenen Jahr für den britischen Turner-Preis nominiert war, im Rahmen einer Ausstellung im Museum für Gegenwartskunst in die Stadt am Rheinknie zurückgekehrt. Geplant war ursprünglich eine Überblicksschau zum Schaffen der letzten zehn oder fünfzehn Jahre. Entstanden ist eine Ausstellung mit aktuellen Arbeiten. Ein einziges Werk, es stammt von 2007, ist etwas älteren Datums.

Zwei Jahre zuvor vollzog sich in Lloyds künstlerischer Arbeit ein Einschnitt. Bis dahin hatte die Britin fast ausschließlich Menschen gefilmt. Seitdem aber ist die menschliche Figur wo nicht aus ihren Videos verschwunden, so doch ein eher seltenes Sujet. Zudem filmt Lloyd seit jener Zeit mit einer Digitalkamera. Doch während die Kamera zuvor das ruhende Auge war, das die hektische Betriebsamkeit urbaner Existenz einfing, ist sie, auf urbane Architekturen oder anonyme Strukturen gerichtet. nun häufig selbst in unaufhörlicher Bewegung begriffen.

Als „kleines gestisches Theater“ wurden diese älteren Arbeiten einmal bezeichnet. Theatralisch sind sie in dem Sinn, dass es in ihnen um Fremd- und Selbstinszenierungen mittels Posen und Attitüden ging. Die Protagonisten – „junge und selbstbewusste Menschen, die sich gern selbst darstellen“, wie ein Kritiker formulierte – hatte Lloyd zuvor in Clubs oder auf der Straße angesprochen: Rollschuhfahrer und Inlineskater in einem Londoner Park, italienische Kellner in weißen Uniformen, Angestellte einer Autowaschanlage bei der Arbeit oder, wie in…

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von Hans-Dieter Fronz

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