Ausstellungen: Frankfurt a.M./Bonn/Wien/Bregenz , 1991

Christian Huther

Japanische Kunst der achtziger Jahre

Kunstverein, Frankfurt/Main, 29.9. – 18.11.1990

Kunstverein, Bonn, 4.12.1990 – 3.2.1991

Museum moderner Kunst, Wien, 15.2. – 7.4.1991

Festspiele Bregenz, 5.7. – 18.8.1991

Japans kulturelle Besonderheit besteht gerade darin, daß es sich unbekümmert die Kultur fremder Länder aneignet. Das sagt jedenfalls Fumio Nanjo, der das Institute of Contemporary Art in Nagoya leitet und die erste umfassende Ausstellung der aktuellen japanischen Kunst in der Bundesrepublik verantwortet. Zugleich verweist Nanjo darauf, daß man in der Schau, nach der ersten Station in Frankfurt derzeit im Bonner Kunstverein, nicht nur Japanisches suchen dürfe, sondern in der kulturellen Besonderheit die universalen Fragen entdecken müsse. Von alters her sind die chinesische und japanische Kunst zutiefst miteinander verwandt, wobei die Impulse mit dem Buddhismus von China aus über Korea nach Japan gingen. Nicht zuletzt trugen Geschichte und Geographie dazu bei, Japans Kultur nicht zu einem reinen Spiegelbild Chinas werden zu lassen.

Im internationalen grenzenlosen Getümmel der Kunststile hat auch Japan längst Anschluß gefunden. Eine typisch japanische Kunst wird man also nicht (mehr?) finden, werden doch bei einer übernommenen Kultur zumindest die Akzente der ursprünglichen Inhalte und Bedeutungen verschoben, so daß allenfalls noch einige Eigenheiten auszumachen sind. Aber auch die westlichen Künstler haben sich metaphysische Anleihen bei Zen-Buddhismus und Taoismus geholt.

Nanjo suchte 15 Künstler unterschiedlicher Generationen aus (Alter zwischen 27 und 76 Jahren), die mit allen Medien arbeiten, von der naturalistischen Skulptur über expressive Bilder bis zu digitalen Zählwerken. Dabei stellt er zwei Positionen japanischer Kunst gegenüber, nämlich die – nach der bei uns verbreiteten Vorstellung – spirituellen, naturalistischen,…

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