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Ausstellungen: Völklingen · von Renate Puvogel · S. 253 - 255
Ausstellungen: Völklingen ,

Völklingen
Julian Rosefeldt

When we are gone
Völklinger Hütte 11.12.2022 – 03.09.2023

von Renate Puvogel

Das Eisenhüttenwerk „Völklinger Hütte“ feiert in diesem Jahr sein 150jähriges Jubiläum. Die UNESCO hat dieses vollständig erhaltene Eisenwerk bereits kurz nach seiner endgültigen Schließung 1986 zum ersten industriellen Weltkulturerbe erklärt. Die Festlichkeiten begeht die „Völklinger Hütte“ nun mit vielfältigen Veranstaltungen, verteilt über die gesamte imposante, kompakte Anlage. Dabei beziehen die Verantwortlichen bei aller Würdigung des industriellen Unternehmens immer auch die negativen Aspekte mit ein, etwa die, dass die Hütte gravierende Umweltschäden hinterlassen hat und ihre innovative Erfolgsgeschichte auch der Zwangsarbeit verdankt, insbesondere in der Rüstungsindustrie. Im Hinblick darauf hat Christian Boltanski bereits vor Jahren zwei Orte zur Erinnerung an den normalen Arbeitsalltag der Kumpels sowie an die Zwangsarbeit geschaffen.

Was könnte nun zum Auftakt der Festlichkeiten die entscheidenden Jahrzehnte industrieller Aktivität künstlerisch einprägsamer kommentieren als eine vielseitige Werkschau des Berliner Künstlers Julian Rosefeldt. Überragt von der neuen opulenten Film-Oper „Euphoria“ bringen noch sechs weitere aufschlussreiche Arbeiten aus den letzten 20 Schaffensjahren an ausgewählten Orten der riesigen Gebläsehalle Kunst mit Industriekultur in aufschlussreiche Vibration. Inmitten der Maschinen mit ihren imposanten Schwungrädern führen sie die Brisanz unseres kulturreichen, hochtechnisierten Anthropozäns bildmächtig vor Augen. Die Arbeiten beschreiben eine Zeitreise durch unsere stets gefährdete Welt von den 20er Jahren bis in ferne Zeiten, „when we are gone“.

So startet der Parcours in „Deep Gold“ von 2013 / 14 mit Eindrücken aus den prallvollen Jahren der Weimarer Republik. Rosefeldt spinnt den surrealistischen Film „Age d’Or“ von Luis Buñuel dort weiter, wo der Regisseur „die Frau…

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