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Ausstellungen: Frankfurt a.M. · S. 309 - 310
Ausstellungen: Frankfurt a.M. , 1985

Gislind Nabakowski
Jürgen Klauke

Galerie AK, Frankfurt, bis 15.6.1985

Der „Griff in’s Leere“ – so das Motto der großen Aquarelle von Jürgen Klauke bei AK in Frankfurt. Es sind Bilder mit hitzigen oder düsteren Farben wie Mauve, Braun und Lila und darin scharf umrissene Formen. Im Nachbarraum die Foto-Reihe „Very de Nada“. Eine Kombination, die erst auf den zweiten Blick schlüssig wird. Nach Fotos und diversen Texten über die „Formalisierung der Langeweile“, in denen es darum ging, Bilder und Begriffe auszuloten, die die Langeweile umgeben, kommentiert Jürgen Klauke die Leere nach dem Sinn von Samuel Becketts Figuren aus der Mülltonne: „Das ist der ganz ursprüngliche Moment, in dem man denkt, man hätte eine Existenz – und dann ist da gar nichts. Und genauso meine ich das. Und das ist sehr problematisch.“ Ringsherum immer mehr individuelle Schicksale, Zerrüttungen, Regresse und globales Elend. Die Kunst läßt sich betroffen darauf ein, Formen suchend, Lösungen zaghaft andeutend – oder: sie bleibt einfach außerhalb und verdrängt.

Der Kölner Klauke ist kein Rockbarde. Ein Rockbarde ist Kiev Stingel aus Hamburg, ein Dichter, den Klauke verehrt. Befragt, warum fällt ihm zunächst dessen Text-Lied „Ich wünsche den Deutschen alles Gute“ ein. Will man mehr wissen und bohrt, dann erklärt Klauke überzeugt: „Stingel ist der begabteste Typ der Subkultur“. Ist einem das als Antwort immer noch nicht genug, dann erfährt man: „Aber, er ist auch ein Macho, ein Bekloppter“. Klauke steigt auf Gespräche über Avantgarde-Kunst nicht ein. Er sagt ganz einfach: „Ich komme nicht von Marcel Duchamp oder Eric Satie. Ich komme…


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