Ausstellungen: Turin , 1985

Amine Haase

Rheingold

40 Künstler aus Düsseldorf und Köln
Palazzo della Società Promotrice delle Belle Arti, Turin 25.5. – 30.6.1985

,,Rheingold nannten – mit einem Schuß Selbstironie – die Organisatoren Wulf Herzogenrath (Kunstverein Köln) und Stephan von Wiese (Kunstmuseum Düsseldorf) eine Ausstellung, mit der sie Kunst aus drei Jahrzehnten von Künstlern der rivalisierenden Städte Düsseldorf und Köln präsentierten. Und zwar in Turin, also auf quasi neutralem Boden; kleinlicher Konkurrenzkampf sollte vergessen und fruchtbare Herausforderung, ja ergänzende Beeinflussung dokumentiert werden. Theoretisch klang auch alles recht überzeugend:

Der Ort – die piemontesische Kunststadt, Geburtsstadt der arte povera.

Die Gliederung – in Generationen, ausgehend von Künstlern, die an der Düsseldorfer Kunstakademie lernten (dann lehrten), und die in den sechziger Jahren bei Null (Zero) wieder anfingen, mit „armen“ Materialien arbeiteten und neue Ideen zu Zeit und Raum entwickelten; über eine Form der Realitätsnähe, die vor allem in Köln in den siebziger Jahren entstand und Experimente mit neuen Medien wie Video und Fotografie mit einbezog; bis hin zu einer jungen Generation von Malern aus Köln und Bildhauern aus Düsseldorf.

Und die Präsentation – die vor allem auf Kontraste setzte, um lineare Langeweile zu vermeiden.

Die Präsentations-Praxis hielt der theoretischen Argumentation jedoch nicht immer stand. Eine Ausnahme bildetete der Raum mit den stillen, spannungsvollen Arbeiten von Rainer Ruthenbeck und Alf Schuler. Aber die Konfrontationen unterschiedlicher künstlerischer Positionen gerieten auf weiten Strecken zu optischen Gewalttaten – wie bei: Gotthard Graubners farbstarken „Farbraumkörpern“ und Konrad Klapphecks überwirklichen Maschinenbildern der siebziger und achtziger Jahre. Und bei Michael Buthes suggestiven Farbreliefs neben Rune Mields konstruktiv sichtbar gemachten…

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