Gespräche mit Künstlern · von Magdalena Kröner · S. 168
Gespräche mit Künstlern , 2015

Katharina Sieverding

Das Gesicht erschien mir als naheliegendstes Medium der Selbstreflexion

Ein Gespräch von Magdalena Kröner

Katharina Sieverding, in Prag geboren, lebt und arbeitet in Düsseldorf und Berlin. Sie studierte zunächst an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg und arbeitete parallel als Assistentin von Fritz Kortner am Deutschen Schauspielhaus. Nach einem Jahr wechselte sie an die Düsseldorfer Kunstakademie. Hier besuchte sie von 1964 bis 1967 die Bühnenbildklasse von Teo Otto, bevor sie zu Joseph Beuys wechselte, bei dem sie ihr Studium im Jahr 1972 abschloß. Sieverding zählt zu den wichtigsten deutschen Künstlerinnen; sie wurde als Teil der feministischen Kunstszene vereinnahmt, nahm hier jedoch durch ein stets distanziert bleibendes Verhältnis zur Selbstinszenierung und das Betonen der medialen Konstruktion der künstlerischen Imago eine Sonderstellung ein. Sie gehört zu den ersten Künstlerinnen ihrer Generation, die sich mit Medienkunst befaßten. Berühmt machte sie im Jahr 1969 der aus Paßbildern entstandene „Stauffenberg-Block“; mit ihren „Steigbildern“ vertrat sie Deutschland 1997 auf der Venedig-Biennale. Mehrfach nahm Katharina Sieverding an der documenta teil. Im Jahr 2004 wurde sie mit dem Goslarer Kaiserring ausgezeichnet.

Katharina Sieverding stellt grundsätzliche Fragen zur Kunst; zu den Bedingungen ihrer Produktion und Rezeption, die immer wieder auf den erweiterten Kunstbegriff ihres Lehrers Joseph Beuys verweisen. In Sieverdings Werk fließt alles zusammen: das Archiv und das kollektive Gedächtnis, das Persönliche und das Politische, die Provokation und die Analyse. „Jedes Bild ist relational“, sagen Sieverdings Bildfolgen; „es verweist stets auf alles andere um sich herum. Kein Bild ist denkbar ohne die Gesamtheit aller Bilder, die in der Welt sind.“

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Magdalena Kröner:

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